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Benedikter: Joe Bidens Amerika - Einführung in ein gespaltenes Land

Rezensionsangebot

Benedikter, Roland

Joe Bidens Amerika -Einführung in ein gespaltenes Land

ISBN 978-3-8305-5129-4

erschienen 09.12.2021

Format kartoniert

Umfang 385 S.

Gewicht 652 g

Joe Bidens Amerika ist tief gespalten. Donald Trumps Amtszeit hat viele Probleme der Gesellschaft sichtbar gemacht, die Biden nun lösen muss.
Wie stellt sich die amerikanische Politik unter Joe Biden dar? Welches Vermächtnis hat Donald Trump hinterlassen, und welche Auswirkungen hat es? Wie lassen sich die tieferen Ursachen, Faktoren und Treiber der aktuellen US-Entwicklung historisch einordnen? Roland Benedikter liefert einen umfassenden Einblick in ein komplexes Land. Kompakt und allgemeinverständlich erläutert er die Hintergründe, Herausforderungen und Perspektiven der Biden-Ära und verschafft dabei auch einen Überblick über den Zustand der US-Gesellschaft und -Kultur im Allgemeinen. Seine Analyse eignet sich für Unterricht, Entscheidungsträger und Zivilgesellschaft als Einführung in die heutigen USA – ebenso wie als Diskussionsgrundlage zur Bewertung aktueller und künftiger Ereignisse.

Der Autor
Dr. Roland Benedikter ist Forschungsprofessor für Multidisziplinäre Politikanalyse in residence am Willy Brandt Zentrum der Universität Wroclaw-Breslau, Co-Leiter des Center for Advanced Studies von Eurac Research Bozen, Mitglied des Zukunftskreises des BMBF, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Global Advisor des Institute for Culture and Society der Western Sydney University.

Drei Fragen an Roland Benedikter
Amerika nach Afghanistan und Trump: Was ist die größte Herausforderung?
Das Land zu einen. Die Gesellschaft braucht wieder einen Minimalkonsens über grundlegende Aspekte der Zivilreligion, der Interpretation der Verfassung und des Rechtsstaats. Dieser Minimalkonsens ist in den vergangenen Jahren abhandengekommen – hauptsächlich wegen zunehmender Globalisierungswirkungen.

Ist das gespaltene Land noch zu einen?
Die USA sind und bleiben trotz Trump und der Niederlage in Afghanistan eines der globalisiertesten Länder der Erde. Am wichtigsten ist deshalb für Biden, die Ursachen des Trumpismus zu bekämpfen, indem er die „Glokalisierung“ vorantreibt. „Glokalisierung“ heißt, auf ausgewogenere Beteiligung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen an Entwicklungsgewinnen zu achten – sowohl geographisch (Küsten versus Innenländer) als auch klassen- und bildungsmäßig (Arbeiter und absteigender Mittelstand versus Eliten).

Halten Sie eine ähnliche Entwicklung in Europa, vor allem im deutschen Sprachraum für möglich?
Wachsende Asymmetrien und die spaltende Wirkung nicht bewältigter Globalisierungseffekte sind auch bei uns zu beobachten. Wir haben allerdings eine andere soziale Abfederung und auch eine andere Zivilreligion. Das Selbstverständnis sozialer Marktwirtschaft federt vieles ab, was in der kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft USA direkter zutage tritt. Wir sollten uns trotzdem nicht zu sicher fühlen – und am Trumpismus der vergangenen Jahre lernen, damit wir Ähnliches bei uns vermeiden.