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Kuselit Rezensionen

Michael Kotulla - Umweltrecht

Titel: Umweltrecht Cover
Autor: Michael Kotulla
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2010
Seiten: 224
Preis: 27,50
ISBN: 978-3-415-04566-8
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: RAin Dr. Claudia R. Cymutta
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Michael Kotulla

Umweltrecht - Grundstrukturen und Fälle

5. Aufl.  Stuttgart 2010,  ISBN 978-3-415-04566-8

Das Buch ist ein Lehr- und Fallbuch, das Jurastudenten und Studierenden aus anderen Fächern, die mit dem Umweltschutzrecht zu tun haben, den Einstieg in das Umweltrecht erleichtern soll. Abgedeckt ist das Umweltrecht als Teil des Besonderen Verwaltungsrechts. Im Gegensatz zu reinen Lehrbüchern verdeutlicht der Autor die Strukturen des jeweils behandelten Rechtsbereichs sowohl anhand von Grafiken als auch von ausführlich diskutierten Fallbeispielen.

Das Werk ist in neun Teile gegliedert, die das wesentliche, prüfungsrelevante Umweltrecht abdecken:

1.         Allgemeines Umweltschutzrecht

2.         Umweltschutzrecht der Europäischen Union

3.         Immissionsschutzrecht

4.         Strahlenschutzrecht

5.         Gewässerschutzrecht

6.         Bodenschutzrecht

7.         Naturschutz- und Landschaftspflegerecht

8.         Gefahrstoffrecht

9.         Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht

Die neun Teile des Buches bilden jeweils in sich geschlossene Einheiten, die den Einstieg in die behandelte Materie erleichtern sollen. Nach der Zielsetzung des Autors sollen Studierende durch die Bearbeitung des Buches die Grundstrukturen des Umweltrechts kennenlernen, wobei insbesondere in die prüfungsrelevanten Fragestellungen eingeführt wird. Der Autor strebt dagegen nicht an, sämtliche relevanten oder wichtigen Probleme des jeweiligen Gebiets abzudecken. Hilfreich für die Entscheidung, ob das Buch den speziellen Bedürfnissen des (potentiellen) Lesers oder Bearbeiters entspricht, sind die „konzeptionellen Anmerkungen und Arbeitshinweise“, die der Autor den inhaltlichen Kapiteln voranstellt.

Innerhalb der Kapitel zu den einzelnen Umweltbereichen (Kapitel 3 – 9) erörtert der Autor jeweils zunächst die geltenden Rechtsquellen und Gesetzgebungszuständigkeiten, um dann anhand der maßgeblichen Gesetze in das Rechtsgebiet einzusteigen. Entsprechend der Zielsetzung, die Grundstrukturen der Rechtsbereiche zu vermitteln, erörtert der Autor dabei – mit geringen Abweichungen je nach Vorgabe des Gesetzes – den Gesetzeszweck und Geltungsbereich, wichtige Definitionen (z.B. „radioaktive Stoffe“ in § 2 I 1 AtG), Grundpflichten, Genehmigungsverfahren, materielle Anforderungen, Überwachung und sonstige administrative Anforderungen (z.B. Registerpflichten für Abfallentsorger, § 42 KrW-/AbfG). Für einige Bereiche hat der Autor umfangreiche Übersichten erstellt, die am Schluss des Buches zusammengefasst wurden und dafür gedacht sind, herausgetrennt und mit dem jeweiligen Kapitel gelesen zu werden. Diese Idee ist gut, die Übersichten enthalten teilweise aber so viele Pfeile und Verbindungen, dass sie etwas unübersichtlich wirken.

Trotz der nur einführenden Behandlung der Rechtsbereiche geht der Autor nicht nur auf die offensichtlich einschlägigen Gesetze eines Teilbereichs ein, wie z.B. das Atomgesetz im Strahlenschutzrecht oder das Wasserhaushaltsgesetz im Gewässerschutzrecht. Vielmehr ergänzt er die Ausführungen nach Bedarf um weitere „unterstützende“ Normen, wie etwa das Strahlenschutzvorsorgegesetz oder das Abwasserabgabengesetz. Im Gefahrstoffrecht behandelt der Autor das Chemikaliengesetz, das Pflanzenschutzgesetz, das Düngegesetz und das Gentechnikgesetz.

Innerhalb des Textes finden sich keine vertiefenden Literatur- und Rechtsprechungshinweise, die nach Ansicht des Autors den Lesefluss stören würden. Allerdings gibt er bereits in einem einleitenden Kapitel einen „allgemeinen Literaturüberblick“. Zu Beginn jedes Teils führt der Autor weiterführende Literaturfundstellen auf; vereinzelt verweist er auch bei Kapitelüberschriften auf ergänzende Aufsätze oder Fundstellen. Dem interessierten Leser bieten sich also ausreichend Vertiefungsmöglichkeiten, so dass diese Knappheit nicht negativ auffällt. Spezielle Probleme werden innerhalb des Buches zum Einen wegen der eingängigen Gliederung und zum Anderen anhand des Stichwortverzeichnisses leicht gefunden.

Insgesamt ist das Buch gut geeignet, Studierende in die einzelnen Bereiche des Umweltrechtes einzuführen und ihnen erste Grundlagen der Fallbearbeitung zu vermitteln. Der Autor ist sichtlich und größtenteils erfolgreich bemüht, die komplexe Materie übersichtlich aufzubereiten. Indem er sich an den geltenden Gesetzen orientiert, gelingt ihm gut zu demonstrieren, dass sich im Verwaltungsrecht – und insbesondere auch im europäisch geprägten Umweltrecht – der Gesetzesaufbau und die Schwerpunkte trotz unterschiedlichster Bezeichnungen und Inhalte sehr ähneln. Wenn die Bearbeiter das nach der Lektüre verinnerlichen, gelingt auch die Bearbeitung unbekannter Gesetze in der Prüfung.

Rechtsanwältin Dr. Claudia R. Cymutta, Mannheim