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Kuselit Rezensionen

Hein Schleßmann - Das Arbeitszeugnis

Titel: Das Arbeitszeugnis Cover
Autor: Hein Schleßmann
Verlag: Recht und Wirtschaft
Ort: Frankfurt am Main
Jahr: 2015
Seiten: 321
Preis: 69,00
ISBN: 978-3-8005-3282-7
Internet:
Rezensent: FAin ArbR Nicole Schmitt, lic.iur
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Heinz Schleßmann

Das Arbeitszeugnis

21. Auflage 2015

Betriebsberater Schriftenreihe, Arbeitsrecht

XIX, 321 Seiten, Kt., 69 €, ISBN 978-3-8005-3282

 

In der 21. Auflage bietet der Autor wie bereits in den Vorauflagen eine kompakte Hilfe für alle, die sich mit dem ebenso wichtigen wie schwierigen Thema „Arbeitszeugnis“ befassen müssen.

Das Werk gibt in fünf Teilen vom Zeugnisrecht (Teil 1) über Zeugnissprache (Teil 2), Aufbau und Gliederung des Zeugnisses (Teil 3), Zeugnis und Beurteilungsmuster (Teil 4) bis hin zur Problematik der Auskunftserteilung über Arbeitnehmer (Teil 5) eine systematische Darstellung aller wesentlichen Themen und Fragestellungen, mit denen der Praktiker bei der Beschäftigung mit Arbeitszeugnissen konfrontiert wird. Hervorzuheben ist dabei, dass immer praktische Bezug im Vordergrund steht.

Die Struktur der einzelnen Teile und insbesondere die stringente Gliederung und die weiterführenden Verweise innerhalb des Buches machen es leicht, gezielt die Themen nachzuschlagen, mit denen man sich aktuell beschäftigt. Durch eine Vielzahl an Beispielen und Musterformulierungen werden theoretische Ausführungen schnell erfassbar und umsetzbar. So wird beispielsweise in Teil 1 ein Schwerpunkt auf den Zeugnisinhalt gesetzt. Es wird die Frage erörtert, was im Zeugnis enthalten sein darf und was nicht. Letzteres wird nach Stichpunkten in einer Übersicht erfasst, die dann weiterführende Verweisungen auf die entsprechenden Kapitel des Buches enthält. Dadurch wird die gezielte Recherche bezüglich einzelner Inhalte erleichtert. Die Erläuterung des einfachen und des qualifizierten Zeugnisses erfolgt anhand konkreter Zeugnisinhalte wie der Tätigkeitsbeschreibung mit einer Darstellung von Einzelfällen, auch hier stets mit der Wertung, was das Zeugnis enthalten darf und was nicht.

Für denjenigen, der ein Zeugnis erstellen muss, geben insbesondere die Erläuterungen zum Zeugnisinhalt wertvolle Hilfestellungen zur Vermeidung von Widersprüchen und Ungereimtheiten im Zeugnis, die sich nachteilig für den Arbeitnehmer auswirken können. Für denjenigen, der Zeugnisentwürfe prüfen muss, werden Fehler und Widersprüche schneller erkennbar, die Erteilung eines unzureichenden Zeugnisses damit vermieden. Schließlich profitiert auch derjenige, der Bewerber anhand ihrer Zeugnisse beurteilen muss, von dem Werk. Für ihn werden Formulierungen in ihrer Bedeutung transparenter.

Ausführungen zur Form des Zeugnisses, zur Unterscheidung zwischen Zwischenzeugnis und Beendigungszeugnis sowie zur Änderung des bereits erteilten Zeugnisses und zur gerichtlichen Durchsetzung des Zeugnisanspruchs runden den ersten Teil ab.

In Teil 2 wendet sich der Verfasser dann dem überaus spannenden Thema „Zeugnissprache“ zu. Diese besteht aus den sprachlichen Gepflogenheiten, die sich im Arbeitsleben entwickelt haben und die durch die Rechtsprechung bestätigt beziehungsweise mitentwickelt worden sind. Der Autor widmet sich hier ausführlich der Leistungsbeurteilung. Gerade diese gibt immer wieder Anlass zu Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, da der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung häufig besser bewertet als sein Arbeitgeber. Den Arbeitsgerichten kommt dann die Aufgabe zu, anhand objektivierter Bewertungskriterien festzustellen, welche Bewertung der Arbeitnehmer nun verdient. Dass dies auch schiefgehen kann, stellt der Autor anhand von Fehlinterpretationen und Fehlleistungen in arbeitsgerichtlichen Urteilen dar. Schließlich hilft er dem Leser in einer tabellarischen Übersicht mit Bewertungsstufen und Musterformulierungen, derlei Fehler zu vermeiden.

Gleichermaßen wird auf die Führungsbeurteilung eingegangen. Auch hier gibt es eine Tabelle mit Bewertungsstufen und Musterformulierungen. Den Charakter einer ausführlichen systematischen Checkliste hat schließlich die nachfolgende Darstellung der Bausteine, aus denen ein Zeugnis zusammengesetzt sein sollte. Hier geht es um die Beschreibung der Arbeitsweise, der Arbeitsbereitschaft, der Arbeitsbefähigung, des Arbeitserfolges und der Führungsqualifikation. Folgt man dieser Liste der Bausteine beim Erstellen eines Zeugnisses, kann man sicher sein, dass inhaltlich nichts Wesentliches ausgelassen wurde. Prüft man ein Zeugnis anhand der Liste, kann man sehr schnell dessen Vollständigkeit oder gegebenenfalls den Ergänzungsbedarf feststellen.

Teil 3 fasst die wesentlichen Inhalte des Zeugnisses zusammen und stellt diese dem Leser nochmals übersichtlich in Tabellenform für das qualifizierte Endzeugnis, das gute qualifizierte Endzeugnis, das qualifizierte Zwischenzeugnis sowie das Ausbildungszeugnis zur Verfügung. Auch hier lassen sich die Tabellen wie eine Checkliste verwenden.

Teil 4 steigert den praktischen Nutzen noch, indem der Verfasser zu den bereits in Teil 1 bis 3 enthaltenen 15 Zeugnismustern noch 15 weitere Zeugnismuster anbietet für unterschiedliche Berufe und insbesondere Arbeitnehmer in unterschiedlichen Funktionen. Übersichtlichkeit ist wieder ein großer Pluspunkt: Tabellen erleichtern es dem Leser, für bestimmte Berufe/Tätigkeiten die entsprechenden Zeugnisse anhand der Randnummern schnell zu finden. Insgesamt stehen dem Leser damit 30 Zeugnismuster zur Verfügung, anhand derer er das Zeugnis, das er benötigt, erstellen kann.

In Teil 5 wird schließlich erläutert, was bei einem Auskunftsersuchen über einen (neuen) Arbeitnehmer und bei Auskunftserteilung über einen (ehemaligen) Arbeitnehmer über die Angaben im Zeugnis hinaus zu beachten ist. Die einschlägigen datenschutzrechtlichen Vorschriften werden erläutert. Im Ergebnis geht ohne Einwilligung beziehungsweise Zustimmung des Arbeitnehmers hinsichtlich Erhebung und Weitergabe persönlicher Daten nichts. Folgerichtig beschäftigt sich der Autor dann abschließend mit der Frage des Schadensersatzes für falsch erteilte Auskünfte gegenüber dem Arbeitnehmer und möglicherweise auch dem neuen Arbeitgeber. Im Hinblick darauf, dass „das Auskunftsrecht sehr im Verborgenen lebt“ – so der Autor – ist die Sensibilisierung für mögliche Haftungsrisiken in diesem Bereich überaus sinnvoll.

Fazit: Wer sich mit dem Thema „Arbeitszeugnis“ befassen muss, ist bei dem vorliegenden Werk bestens aufgehoben. Die komprimierte Darstellung aller wesentlichen Aspekte rund um das Arbeitszeugnis macht das Buch zu einem nahezu unverzichtbaren Einstieg in das vielschichtige Thema.

Nicole Schmitt, lic.iur.

Rechtsanwältin/Fachanwältin für Arbeitsrecht

www.esskandari.de