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Kuselit Rezensionen

Stephanie Hartung - Die Kanzlei als erfolgreiche Marke

Titel: Die Kanzlei als erfolgreiche Marke Cover
Autor: Stephanie Hartung
Verlag: Springer Gabler
Ort: Berlin
Jahr: 2015
Seiten: 135
Preis: 39,99
ISBN: 978-3-658-09800-1
Internet:
Rezensent: RA Daniel Lagerpusch
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Stephanie Hartung

Die Kanzlei als erfolgreiche Marke,

Berlin 2015. ISBN 978-3-658-09800-1


Das Werk „Die Kanzlei als erfolgreiche Marke“ von Stephanie Hartung liegt in der 1. Auflage vor. Es erschien im Springer Gabler Verlag, Wiesbaden, 2015, ISBN: 978-3-658-09800-1 und kostet 39,99 Euro.

Die Autorin beginnt ihr Werk mit einigen grundlegenden Ausführungen zum Thema „Marke“ und stellt klar, dass es bei dem Begriff „Marke“ nicht ausschließlich um ein Logo oder einen Titel geht, sondern vielmehr um ein Verständnis des Kunden bzw. des Mandanten zu der Kanzlei selbst.

Die nachfolgenden Kapitel unter dem Abschnitt „Die Funktionen der Kanzleimarke“ beschreiben einzeln und ausführlich die verschiedenen Funktionen, die eine jede Marke aufweist. Dabei führt die Autorin in jede einzelne Funktion ausführlich ein und untermauert ihre Ausführungen teilweise mit historischen Erläuterungen zum Ursprung einzelner Ideen.

Die Autorin stellt die einzelnen Funktionen einer jeden Marke – Informationsfunktion, Orientierungsfunktion, Vertrauensfunktion, Wertschöpfungsfunktion und Absatzfunktion – verständlich und anschaulich dar und subsumiert ihre Ausführungen direkt auf den Kanzleimarkt.

Im Anschluss an die Funktionsbeschreibungen bringt die Autorin dem Leser die einzelnen Strukturgesetze nahe, denen eine jede Marke folgt. Auch hier schafft die Autorin den direkten Übergang zu der Kanzleimarke.

Anhand der, zugegeben und verständlicherweise stark gekürzten, Unternehmens- und Markengeschichte der Unternehmen APPLE und GOOGLE erläutert die Autorin im nachfolgenden Kapitel die „Marke als Eco-Brand“. Die Ausführungen verdeutlichen die Wichtigkeit einer durchdachten und auf die Zielgruppe ausgelegten Markenpolitik und enden auch hier mit der Subsumtion auf den Rechtsmarkt.

Im letzten Abschnitt erläutert die Autorin anhand einer von ihr selbst entwickelten Kanzleimarkengrafik die Funktionen der einzelnen Bereiche, die einer Marke innewohnen.

Der Autorin gelingt es durchweg, den Leser für die Wichtigkeit eines guten und durchdachten Markenaufbaus zu sensibilisieren.

Während man sich bei der Gründung oder Führung der eigenen Kanzlei oft mehr mit der Optik und Erscheinung der eigenen Marke (Logo, Schrift, etc.) beschäftigt, bleibt hierbei doch die eigentliche Ausgestaltung der Marke teilweise unbeachtet. Interessanterweise weist die Autorin darauf hin, dass die „Werbebotschaften“ der einzelnen Kanzleien in großen Teilen identisch sind. Demgegenüber wird der Zielgruppe jedoch nur selten vermittelt, welchen Mehrwert sie von der Beauftragung der konkreten Kanzlei hat. Die Ausführungen der Autorin lassen den Leser tatsächlich über die eigenen „Werbebotschaften“ und den eigenen Auftritt nachdenken.

An einigen Stellen wünscht man sich jedoch etwas mehr aktualitätsbezogenen und praktischen Tiefgang und evtl. weniger historische Berichte der Entstehung einzelner Markenaspekte. Die Autorin selbst verweist in bestimmten Punkten auf die umfangreiche Literatur zu einzelnen Themenbereichen. Es wäre schön gewesen, wenn einige Aspekte noch Einzug in das Werk gefunden hätten. Um einen ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen und das betriebswirtschaftliche Verständnis der Marke und das damit verbundene Marketing aber zu verstehen, reicht das Werk vollkommen aus. Bereits während des Lesens wendet man die Ausführungen gedanklich auf die eigene Kanzlei und den eigenen Unternehmensauftritt an. Und das ist ja letztlich auch schlichtweg der Sinn des Werkes.

Alles in allem liefert die Autorin gelungene Literatur, um in das Thema aus Marketing-Sicht einzusteigen und sich intensiver mit der eigenen Kanzleimarke zu befassen.

Dieses Buch sollte jeder freiberufliche Rechtsanwalt durchaus einmal gelesen haben, entweder um sich und seiner Marke ein „Makeover“ zu verpassen oder aber auch nur, um vielleicht zu erkennen, dass er mit seiner Markenstrategie auf einem guten Weg ist.


Daniel Lagerpusch
Rechtsanwalt, Essen