Titel
Dialog schliessen

Bitte warten
Daten werden geladen...

Kuselit Rezensionen

Bernhard Bergmans - Berufs- und Arbeitsmarktperspektiven von Bachelor- und Master-Juristen

Titel: Berufs- und Arbeitsmarktperspektiven von Bachelor- und Master-Juristen Cover
Autor: Bernhard Bergmans
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2013
Seiten: 156
Preis: 25,00
ISBN: 978-3-415-04978-9
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: RA Klaus Hebrank, M.A.
Quelle: Kuselit Verlag GmbH
Bernhard Bergmans
Berufs- und Arbeitsmarktperspektiven von Bachelor- und Master-Juristen
Stuttgart 2013
ISBN 978-3-415-04978-9
 
Die klassischen juristischen Berufe (z. B. Richter und Rechtsanwalt) erfordern die Befähigung zum Richteramt. Diese wird über die Ablegung des ersten und zweiten juristischen Staatsexamens erreicht. Neben diesem Ausbildungsgang hatte sich seit einigen Jahren der Studiengang des Diplom-Wirtschaftsjuristen gebildet. Für diese hat sich der Bundesverband der Wirtschaftsjuristen e. V. gebildet (www.wjfh.de). Es handelt sich um einen Verband für diejenigen, die besonders über ein Fachhochschulstudium verfügen, aber nicht über die Befähigung zum Richteramt. Der ohnehin schon überlaufene juristische Arbeitsmarkt hat auf diese Weise Konkurrenz bekommen. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit Berufsaussichten für Fachhochschulabsolventen mit Bachelor- und Masterabschluss im juristischen Bereich bestehen.

Das vorliegende Werk ist der Tagungsband einer Fachtagung des Bereichs Wirtschaftsrecht an der Westfälischen Hochschule Recklinghausen vom 27.09.2012, die sich mit diesem Thema beschäftigte. Nach einer Einführung werden in vier Beiträgen die derzeitigen Modelle der Ausbildung zu Bachelor- und Master-Juristen dargestellt. Der anschließende zweite Abschnitt beschäftigt sich in drei Beiträgen mit den Berufsperspektiven für diese Abschlüsse. Der dritte Abschnitt zeigt in zwei Beiträgen die Arbeitsmarktperspektiven auf. Als Fazit bringt der letzte Abschnitt die Frage nach Konsequenzen und Perspektiven für die Hochschulen, die Absolventen, die Arbeitgeber und die Politik durch die Widergabe der Podiumsdiskussion und den Beitrag des Herausgebers zum neuen Verständnis der Juristenberufe und der Juristenausbildung.

Den Abschluss bildet die für eine Tagungsband typische Nennung und Herkunft der Autoren. Leider fehlt diesem Tagungsband, wie fast allen Tagungsbänden, das Sachverzeichnis, zur Erleichterung des Auffindens von besonderen Stichworten.

Im abschließenden Beitrag stellt Bergmans fest dass geänderte Zeiten auch geänderte Berufsanforderungen erfordern. So banal diese Aussage erscheint so richtig ist sie. Es darf aber auch nicht verkannt werden, dass der juristische Arbeitsmarkt einer der wenigen ist, die sich bisher noch nicht selber durch geringere Studentenzahlen selber reguliert hat. Die einzelnen Studiengänge sollten nach ihren Zielen und Arbeitsmöglichkeiten ausgerichtet werden, damit klar wird, wer welchen Beruf ergreifen kann.

Es ist auf dem juristischen Arbeitsmarkt sicherlich so, dass die klassischen juristischen Berufe derzeit nicht durch andere Ausbildungsgänge zu ersetzen sind, dennoch finden sich Möglichkeiten in anderen Bereichen, die genutzt werden können. Dieser Tagungsband stellt einen wichtigen Beitrag zur Diskussion der juristischen Ausbildung und der möglichen Berufsaussichten dar. Dadurch hat er auch Bedeutung für die Frage nach der juristischen Fachdidaktik und der Inhalte der juristischen Ausbildung.
 
Klaus Hebrank, Rechtsanwalt, M. A.