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Kuselit Rezensionen

Karl Eichele / Bernd Hirtz / Rainer Oberheim (Hrsg.) - Handbuch Berufung im Zivilprozess

Titel: Handbuch Berufung im Zivilprozess Cover
Autor: Karl Eichele / Bernd Hirtz / Rainer Oberheim (Hrsg.)
Verlag: Luchterhand
Ort: Köln
Jahr: 2014
Seiten: 790
Preis: 124,00
ISBN: 978-3-472-08545-4
Internet:
Rezensent: Dr. Roman Jordans, LL.M. (NZ), Rechtsanwalt, Aachen/Würselen
Quelle: Kuselit Verlag GmbH


Karl Eichele / Bernd Hirtz / Rainer Oberheim (Hrsg.)

Handbuch Berufung im Zivilprozess

4. Aufl. Köln 2014

ISBN 978-3-472-08545-4


I. Das Buch

Das Handbuch beschäftigt sich mit der praktischen Bewältigung des Prozessalltages in der Berufungsinstanz. Wertvolle Praxistipps, hilfreiche Formulierungsvorschläge sowie Entscheidungs-, Verfügungs- und Schriftsatzmuster geben sowohl dem Berufungsanwalt als auch dem Berufungsrichter wichtige Hilfestellung in sämtlichen Problembereichen des Berufungsrechts. Darüber hinaus verweisen die Autoren auf typische Fehlerquellen und Haftungsfallen für einen erfolgreichen Umgang mit schwierigen Prozesssituationen. Das Werk erläutert in systematischer Form die Neuentwicklungen des Berufungsrechts und zeigt die Umsetzung der neuen Rechtslage in der Prozesspraxis auf.


II. Der Inhalt

Das Werk gliedert sich in 24 Kapitel und erstreckt sich von der Vorbereitung des Berufungsverfahrens mit sämtlichen Fragen der Zulässigkeit und Begründetheit über die Beteiligung Dritter bis hin zum Berufungsurteil, wobei auch die Verfahrenskosten sowie der einstweilige Rechtsschutz gesondert Eingang in die Bearbeitung finden. Ein weiteres Kapitel widmet sich der Berufungsinstanz im Arbeitsrecht. Das für die Berufung bedeutungsvolle Kosten- und Gebührenrecht ist ebenfalls Gegenstand dieses Handbuches

Zunächst werden unter A die Grundlagen dargestellt, bevor unter B die richterliche und anwaltliche Tätigkeit im Berufungsverfahren genauer beleuchtet wird. C beschäftigt sich mit der Vorbereitung der Berufung und der „Strategie“, während D Verfahren und Urteil erster Instanz erläutert. Unter E wird genauer auf die Zulässigkeit der Berufung eingegangen, während F alternative Möglichkeiten der Verfahrensbeendigung wie Rücknahme der Berufung, Vergleich oder Mediation thematisiert. G widmet sich den Berufungsgründen und geht etwa auf Rechtsverletzung, gebotene neue Tatsachenfeststellung, zurückgewiesene und verspätete Angriffs- und Verteidigungsmittel sowie neues Vorbringen ein, bevor sich H mit Berufungsantragsänderung, Klageänderung, Aufrechnung und Widerklage befasst. I stellt  Inhalt und Aufbau der Berufungsbegründung dar und J geht auf die Anträge zur Vollstreckung an Beginn und Ende der Berufungsinstanz sowie Schadenersatz wegen erfolgter Vollstreckung ein. K stellt die Thematik der Streitgenossen, Streithelfer und sonstigen Dritte in der Berufung dar, bevor L sich näher mit Inhalt und Aufbau der Berufungserwiderung beschäftigt. M thematisiert die Anschlussberufung und N die Zurückweisung der erkennbar aussichtlosen Berufung. O widmet sich dem Einzelrichter in der Berufung und P geht näher auf die mündliche Verhandlung in der Berufung ein. Q stellt die Thematik des Versäumnisurteils in der Berufung dar, bevor R sich dem Berufungsurteil allgemein nähert. S befasst sich mit der Vorbereitung der Revision und T mit  der Widerholung der Berufung nach einer Zurückweisung durch die Revisionsinstanz. U geht auf die Kosten der Berufung ein und V befasst sich mit dem einstweiligen Rechtsschutz durch das Berufungsgericht während W die Berufung gegen erstinstanzliche Entscheidungen über einstweiligen Rechtsschutz zum Gegenstand hat. X schließlich befasst sich mit einem Sonderthema, da die zweite Instanz im arbeitsgerichtlichen Verfahren thematisiwert wird.


III. Bewertung

Selbst für den prozesserfahrenen Anwalt ist die Berufung nicht alltäglich. Da ist es hilfreich, wenn sich ein Buch explizit dieser prozessualen Situation widmet. Das Buch enthält eine gute Darstellung der Rechtsprechung. Hervorzuheben sind die häufigen Praxistipps.

Die Idee, auch zivilrechtliche Sonderrechtsgebiete explizit zu thematisieren ließe sich vielleicht noch ausbauen. Das Steuerrecht oder Insolvenzrecht könnten sich hierfür anbieten, wobei dann eine neue Gliederung erforderlich würde, da die Buchstaben bald ausgingen…

Es ist ein gutes Buch, insbesondere für den Prozessanwalt.


Dr. Roman Jordans, LL.M. (NZ), Rechtsanwalt, Aachen/Würselen