Titel
Dialog schliessen

Bitte warten
Daten werden geladen...

Kuselit Rezensionen

Maximilian Fuchs (Hrsg.) - Europäisches Sozialrecht

Titel: Europäisches Sozialrecht
Autor: Maximilian Fuchs (Hrsg.)
Verlag: Nomos
Ort: Baden-Baden
Jahr: 2013
Seiten: 1002
Preis:
ISBN: 978-3-8329-7790-0
Internet:
Rezensent: Dr. Axel Schwarz, Moritzburg
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

  
 Maximilian Fuchs (Hrsg.)
 
 Europäisches Sozialrecht
 
 6. Aufl. Baden-Baden 2013
 
 ISBN 978-3-8329-7790-0   
    
 
 
 
BEWERTUNG
Unentbehrlich zum Verständnis des gesamten europäischen Integrationsprozesses.

INHALT
Darstellung und Kommentierung der zentralen Quellen des Rechts der Koordinierung der sozialen Sicherheit.

ZIELGRUPPE
Verwaltungsjuristen auf allen Ebenen, Rechtsanwälte und Rechtswissenschaftler, die mit grenzüberschreitenden Fragen befasst sind.

WAS KANN MAN LERNEN?
Argumentations- und Lösungshilfen für die praktischen Fallgestaltungen des Europäischen Sozialrechts sowie Einblick in den Mechanismus der europäischen Integration.

HERAUSGEBER UND AUTOR

Prof. Dr. Maximilian Fuchs, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (zahlreiche internationale Lehrverpflichtungen).

AUTOREN / BEARBEITER

Prof. Dr. Karl-Jürgen Bieback, Professor Universität Hamburg, WiSo Fakultät, Department Wirtschaft und Politik

Prof. Dr. Klaus-Dieter Borchardt, Mitglied des Juristischen Dienstes der Europäischen Kommission, Honorarprofessor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg für Europäisches Gemeinschaftsrecht

Robertus Cornelissen, Berater des Direktorates für Sozialschutz und Integration der der Europäischen Kommission, Head of the Unit " free movement of workers and coordination of social security schemes ", Directorate general "Employment and social affairs "of the European Commission

Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer, Professur für Sozialrecht und Bürgerliches Recht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie ständige Lehraufträge an der Wirtschaftsuniversität Wien (Österreich) und Adam Mickiewicz Universität Poznan (Polen)
 
Dr. Edlyn Höller, Stellvertretende Leiterin der Abteilung Versicherung und Leistungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

Prof. Dr. Gerhard Igl, Institut für Sozialrecht und Gesundheitsrecht (ehemals: Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in Europa) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Dr. Rose Langer, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats und Vertreterin aus den Bereichen Rechtspolitik und Rechtspraxis des Zentrums für Europäische Rechtspolitik der Universität Bremen (ZERP), Leiterin des Referats Arbeitsvermittlung, Arbeitnehmerüberlassung im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin

Dr. Rolf Schuler, Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht, Darmstadt

Prof. Dr. Bernhard Spiegel, Leiter der Abteilung "Internationale Sozialversicherung" im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und österreichischer Vertreter in der Verwaltungskommission für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit

Prof. Dr. Heinz-Dietrich Steinmeyer, Institut für Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht - Abt. II, Professur für Sozialrecht, Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster.
 
 
 
 
Herausforderugn Europa
 
 
Die Neuauflage des Europäischen Sozialrechts von Maximilian Fuchs kommt in einzigartiger Weise dem dringenden Bedarf der Praxis in einem der wichtigsten Rechtsgebiete nach. Das europäische Sozialrecht koordiniert die europäischen Sozialsysteme und ist kein Sozialrecht im deutschen Verständnis. Die Kuselit-Rezension "Sozialexport" zur Vorauflage spricht diesen Umstand und die Entstehung dieses Rechtsgebiets an, das sich zu einer der bedeutendsten europäischen Herausforderungen entwickelt hat: Parallel zur Europäisierung der Sozialpolitik scheint sich die Gesellschaft zu Tode zu privatisieren (vgl. dazu Frank Schulz-Nieswandt, "Europäisierung" der Sozialpolitik und der sozialen Daseinsvorsorge?, Berlin 2011, S. 120). Diese Tendenz wird in der mittelfristigen Zukunft die europäische Soziallandschaft und insbesondere den deutschen Sozialstaat verändern. Wer genaueren Einblick in diesen Mechanismus nehmen will, muss zum Europäischen Sozialrecht von Fuchs greifen. In diesem unentbehrlichen Standardkommentar werden alle für Praxis und Theorie einschlägigen Rechtsfragen dieses schwierigen Rechtsgebietes detailgetreu und verständlich erläutert.

Gegenüber der Vorauflage ist das Werk um rund 240 Seiten gewachsen. Das bewährte Bearbeiterteam ist das gleiche geblieben. Das gesamte Inhaltsverzeichnis ist der ZID 12/2012 unter Nr. 14 "Sozialrecht" zu entnehmen. Inhalts-, Bearbeiter-, Abkürzungs- und Stichwortverzeichnis erleichtern praktisches wie wissenschaftliches Arbeiten.

Das gesamte seit dem Inkrafttreten der VO (EG) Nr. 883/2004 und VO (EG) Nr. 987/2009 im Mai 2010 erlassene Recht ist eingearbeitet. Das gilt auch für die durch die VO (EU) Nr. 465/2012 erfolgten Änderungen des Koordinierungsrechts sowie die Neufassung der FreizügigkeitsVO Nr. 492/2011.
 
Hinzu kommt die Behandlung zweier Besonderheiten, die in der gegenwärtigen Rechtsentwicklung eine besondere Rolle spielen: Die erste Besonderheit ist die Digitalisierung der Verwaltung. Artikel 8 Absatz 1 der EU-Dienstleistungsrichtlinie, deren Umsetzungsfrist Ende 2009 abgelaufen ist, schreibt vor, dass Verwaltungsverfahren "problemlos aus der Ferne und elektronisch - abgewickelt werden können". Das ist eine gewaltige Herausforderung, an der man immer noch arbeitet (siehe dazu den European eGovernment Action Plan 2011-2015). Am 1.8.2013 ist das Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung sowie zur Änderung weiterer Vorschriften vom 25. Juli 2013 in Kraft getreten. Dessen Artikel 1 ist das E-Government-Gesetz - EGOVG. Mittlerweile erlassen die Länder Ausführungsgesetze dazu. Hinzu kommen die europäischen Vorhaben zum Datenschutz wie die Datenschutz-Grundverordnung und die Datenschutzrechtsrahmen-Richtlinie. Diese werden zur Effektivierung des freien Dienstleistungs- und Datenverkehrs voraussichtlich den Schutz sensibler Daten, wie er in Deutschland besteht, beseitigen (Vgl. Axel Schwarz, "Zur Zukunft des Austauschs sensibler Daten in Europa" in: Schwarz-Zwiefka, Hrsg, "Grenzüberschreitender Austausch von Gesundheitsdaten in Niederschlesien und Sachsen", Wroclaw / Breslau 2013, S. 95 - 101). Deshalb ist es besonders bemerkenswert, dass die Vorschriften über die Administration der Koordinierung und die Verwendung elektronischer Medien und Dokumente bearbeitet und die relevanten Empfehlungen und Beschlüsse der Verwaltungskommission im Europäischen Sozialrecht von Maximilian Fuchs abgedruckt werden.
 
Dazu gehören u.a.


- (auf den Seiten 569-571) der Beschluss Nr. E1 vom 12. Juni 2009 über die praktischen Verfahren für die Zeit des Übergangs zum elektronischen Datenaustausch gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (Amtsblatt C 106 vom 24.4.2010 S. 9) sowie

- (auf den Seiten 573-574) der Beschluss Nr. E2 vom 3. März 2010 über die Einführung eines Verfahrens für die Vornahme von Änderungen an den Angaben zu den in Artikel 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates genannten Stellen, die in dem elektronischen Verzeichnis, das Bestandteil von EESSI ist, aufgeführt sind (Amtsblatt C 187 vom 10.7.2010 S. 5).

Die zweite Besonderheit besteht darin, dass das Werk die erste umfassende Kommentierung der RL 2011/24 über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung bietet. Zu deren Umsetzung ist am 26. Februar 2013 ist das Patientenrechtegesetz (PRG) in Kraft getreten. Auch hier sind die Länder momentan dabei, weitere Umsetzungsgesetze zu erlassen.
 
 
Fazit
 
Ohne das von Maximilian Fuchs herausgegebene "Europäische Sozialrecht" kommt kein verantwortungsbewusster Verwaltungsjurist, Rechtsanwalt oder Rechtswissenschaftler, der mit grenzüberschreitenden Fragen befasst ist, mehr aus.
 
 
Dr. Axel Schwarz, Moritzburg