Titel
Dialog schliessen

Bitte warten
Daten werden geladen...

Kuselit Rezensionen

Endress Wanckel - Foto- und Bildrecht

Titel: Foto- und Bildrecht
Autor: Endress Wanckel
Verlag: Verlag C.H. Beck
Ort: München
Jahr: 2012
Seiten: 444
Preis: 49,00
ISBN: 978-3-406-61433-0
Internet: http://www.beck.de/
Rezensent: RA Daniel Lagerpusch, Essen
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Endress Wanckel

Foto- und Bildrecht

4. Aufl. München 2012
ISBN 978-3-406-61433-0


 
Das Werk "Foto- und Bildrecht" von dem Hamburger Rechtsanwalt Dr. Endress Wanckel liegt nunmehr in der 4. Auflage vor. Es erschien im C.H. Beck Verlag, München, 2012, ISBN 978-3-406-61433-0, und kostet 49,- Euro.
 
Wie kein anderes Rechtsgebiet ist das Urheberrecht, in das das Foto- und Bildrecht einzuordnen ist, einem stetigen Wandel in der Gesellschaft unterzogen. Neue Technologien sowie das stetig wachsende Interesse an dem Privatleben diverse Promis oder solcher Personen, die dieser Kategorie nur zu gerne zugeordnet werden möchten verursachen eine schier unüberschaubare Fülle an Gerichtsentscheidungen, die daher dieses interessante und vielfältige Rechtsgebiet prägen. Die richtungsweisende Rechtsprechung hat der Autor aufgegriffen und erläutert seine Ausführungen praxisnah und verständlich anhand der ergangenen Urteile.
 
Das Werk ist in 4 Teile gegliedert.
 
Teil 1 des Werkes behandelt Fragen zur Bildbeschaffung. Dabei stellt der Autor verständlich und untermauert von zahlreichen Beispielen zunächst dar, welche Rechtsprobleme bei der Herstellung eines Bildes zu beachten sind. Fragen des Eigentums, des Hausrechts sowie der Videoüberwachung werden ebenso behandelt wie nicht immer alltäglich auftretende Probleme in Sachen Fotografierverbote bzgl. militärischer Anlagen. Einen wichtigen Aspekt nimmt bei der Bildherstellung auch die Privatsphäre ein. Dass der Autor hier durch seine eigene Teilnahme an dem "Caroline von Monaco"-Verfahren versiert ist, merkt man schnell. Äußerst praxisrelevant stellt er aktuelle Rechtsprechung sowie allseits anerkannte Grundsätze geordnet und ausführlich für den Leser dar. Überdies wird in diesem Teil der Fotoerwerb von Agenturen und Fotografen erläutert. Die nicht zu unterschätzenden rechtlichen Stolperfallen in diesem Bereich werden kurz und prägnant dargestellt. Die Frage "Wen oder was darf ich fotografieren?" ist am Ende des ersten Teils definitiv ausführlich beantwortet.
 
Teil 2 beschäftigt sich derweil mit der Veröffentlichung von Fotos. Differenziert zwischen der Veröffentlichung von Sachfotos sowie der von Personenfotos, legt der Autor plausibel die Grundsätze des Rechts am eigenen Bild sowie urheberrechtliche und wettbewerbsrechtliche Beschränkungen dar. Auch hier - man merkt es deutlich - kommt ihm, und letztlich auch dem interessierten Leser, seine Praxiserfahrung für die Darstellung der Rechtsmaterie zu Gute.
 
Im 3. Teil des Werkes stellt der Autor die Rechtsfolgen der rechtswidrigen Herstellung und Verbreitung von Fotos dar. Gängige, für den rechtswidrig Handelnden meist kostspielige, Sanktionen in Form von Unterlassungs- und Zahlungsansprüchen werden hier ausführlich neben strafrechtlichen Sanktionen oder bspw. des Hausverbot behandelt. Dieser Teil ist wohl für nicht juristisch vorgebildete Praktiker der am wenigsten interessante. Für Anwälte oder Unternehmensjuristen in diesem Bereich ist er aber eine sehr gute Übersicht der Reaktionen auf Verstöße aus den Teilen 1 und 2.
 
Der 4. und letzte Teil geht konkret und sehr praxisbezogen auf Rechtsfragen zwischen Fotografen und Verwertern ein. Hier werden urheberrechtliche Grundlagen in Bezug auf vom Fotografen angefertigte Bilder vermittelt und in Kontext zu deren Verwertung gesetzt.
 
Nicht zu vernachlässigen ist der Anhang, in dem Erläuterungen zu Honorarkatalogen - insoweit interessant für Rechtsanwälte, die auf diesem Gebiet tätig sind - enthalten sind. Überdies finden sich hier neben einigen nützlichen Adressen auch die einschlägigen Texte des Kunsturhebergesetzes (KUG) sowie der Urheberechtsgesetzes (UrhG).
 
Das Werk ist durchweg mit wegweisender Rechtsprechung bestückt. Dabei wird diese Rechtsprechung nicht nur kurz in Fußnoten als Verweis genannt. Vielmehr wird sie aktiv in den Fließtext eingebunden, sodass anhand der ergangenen Urteile die Rechtsmaterie - insoweit äußerst praxisnah - erläutert und etwaige Rechtsprobleme dargestellt.
 
Obgleich dem Werk im letzten Teil die Vermittlung einiger Urheberrechtlicher Fragen sehr gut gelingt, empfiehlt es sich doch, zumindest grobes Basiswissen auf dem Gebiet mitzubringen. Zu abrupt würde sich sonst der Einstieg in das Werk darstellen. Hier merkt man, dass es von einem auf diesem Gebiet versierten Rechtsanwalt verfasst ist. Ohne lange Einleitungen kommt das Werk direkt auf den Punkt - und weist dennoch einen beachtlichen Umfang von mehr als 420 Seiten auf.
 
Der Schreibstil des Autors ist gelungen. Die Rechtsprobleme werden auch für Nicht-Juristen verständlich dargelegt. Hier erkennt man deutlich, dass man es mit einem Praktiker zu tun hat und nicht mit einem Hochschulprofessor. Für Fotografen, die auf diesem Gebiet rechtssicher agieren wollen, Juristen im Medienbereich oder auf diesem Gebiet tätige Rechtsanwälte stellt das Werk einen unverzichtbaren Begleiter dar, der - auch gezielt als Nachschlagewerk - die gängigen Probleme des Foto- und Bildrechts beleuchtet und den Leser für rechtliche Stolperfallen sensibilisiert. Überdies ist das Werk aufgrund der zahlreichen zitierten Entscheidung äußerst wertvoll und hilfreich bei der Suche nach einschlägiger Rechtsprechung.
 
 
Rechtsanwalt Daniel Lagerpusch, Essen