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Kuselit Rezensionen

Astrid Auer-Reinersdorff, Isabell Conrad (Hrsg.) - Beck\'sches Mandatshandbuch IT-Recht

Titel: Beck\'sches Mandatshandbuch IT-Recht Cover
Autor: Astrid Auer-Reinersdorff, Isabell Conrad (Hrsg.)
Verlag: Verlag C.H. Beck
Ort: München
Jahr: 2011
Seiten: 1976
Preis: 199,00
ISBN: 978-3-406-61183-4
Internet: http://www.beck.de/
Rezensent: Alerxander Seidl, Passau
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

 

Astrid Auer-Reinersdorff, Isabell Conrad (Hrsg.), Beck'sches Mandatshandbuch IT-Recht, München 2011. ISBN 978-3-406-61183-4


Das Werk ist erschienen im C.H. Beck Verlag, München 2011, umfasst 1975 Seiten und kostet 199 Euro.

Die Herausgeberinnen wollen zusammen mit weiteren im IT-Recht renommierten Autoren mit dem Mandatshandbuch "IT-Recht", das 2011 erstmals erschienen ist, ein Handbuch für den IT-Rechtspraktiker zur Verfügung stellen. Beim Inhalt der Beiträge steht deshalb die Hilfestellung für die Mandatsbearbeitung im Vordergrund, ohne jedoch auf die dogmatische Einordnung und den wissenschaftlichen Unterbau zu verzichten. Zudem verfolgt das Werk das Ziel, praxisorientiertes Wissen für die Ausbildung zum Fachanwalt IT-Recht zu vermitteln.
Diesen selbst gesteckten Zielen wird das Werk durchaus gerecht. Das von 37 erfahrenen Praktikern verfasste Buch gliedert sich dazu in 36 Paragraphen, die das IT-Recht in sämtlichen Facetten abdecken. Das Handbuch umfasst inhaltlich sechs Hauptkomplexe: das klassische IT-Vertragsrecht; Internet-/Plattform-, TK- und E-Commerce-bezogene Vertragstypen und Geschäftsmodelle; Querverbindungen zu Rechtsgebieten, die untrennbar mit IT, TK oder Telemedien als Leistungsgegenstand oder Medium verbunden sind und die die Wirksamkeit oder Zulässigkeit von vertraglichen Regelungen und Geschäftspraktiken mitbestimmen (etwa Urheber- und Wettbewerbsrecht); Compliance, Sicherheit, Datenschutz; IT-relevante internationale Bezüge und die gerichtliche und außergerichtliche Streitbeilegung einschließlich strafrechtlicher Aspekte. Diese Teilgebiete werden nicht aneinandergereiht abgehandelt, sondern in der nötigen Verzahnung in und zwischen den einzelnen Buchkapiteln. Ein weiterer Komplex umfasst ausführliche technische Erläuterungen durch EDV-Sachverständige und beschränkt sich nicht nur – wie häufig der Fall – auf die Darstellung der rechtlichen Auswirkungen der Technik.
Kernstück des Mandatshandbuchs ist das „klassische“ IT-Vertragsrecht. Dieses Teilgebiet wird umfassend sowohl hinsichtlich der Soft- als auch der Hardware abgehandelt. So finden sich in § 3 des Handbuchs die vertraglichen Grundlagen, in § 5 die Softwareüberlassung auf Dauer und in § 6 die Überlassung von Standardsoftware auf Zeit. In den §§ 14-16 erläutern die Autoren die Hardware-Verträge, die Hardware-Wartungsverträge und IT-Projekte. § 17 befasst sich umfänglich mit dem Outsourcing und geht dabei auch auf die Besonderheiten in der Kredit- und Finanzbranche und in der Versicherungsbranche ein. In den §§ 18-24 behandelt das Werk die typischen Bereiche des Internetrechts im engeren Sinne, nämlich die Verantwortung für Inhalte im Internet (§ 18), das Domainrecht (§ 19), Providerverträge im Internet (§ 20), das Webshop-Outsourcing (§ 21) und insbesondere das weite Feld des E-Commerce- und Fernabsatzrechts (§ 23). Einen weiteren Schwerpunkt im Mandatshandbuch nimmt der datenschutzrechtliche Bereich ein. § 25 erklärt die Grundlagen des Datenschutzrechts und geht dabei neben dem verfassungsrechtlichen Hintergrund auf die verschiedenen datenschutzrechtlichen Einwilligungen, das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und beispielhaft auf den Beschäftigtendatenschutz ein. Zudem werden in diesem Kapitel weitere datenschutzrechtliche Bedrohungsszenarien dargestellt, z.B. die Vorratsdatenspeicherung oder das Smart Metering. In den §§ 26 und 27 werden schließlich die grenzüberschreitende Datenverarbeitung und der Datenschutz in den Telemedien abgehandelt. Die §§ 30 f. erklären die öffentliche Vergabe von Leistungen der Informationstechnologie sowie die besonderen und ergänzenden Vertragsbedingungen der öffentlichen Hand (BVB und EVB-IT). § 32 erläutert die Bezüge zum internationalen Privatrecht, bevor in den §§ 33 und 34 die außergerichtliche bzw. die gerichtliche Streitbeilegung aufgeführt werden. Ein strafrechtlicher Teil mit einem knappen strafprozessualen Unterabschnitt rundet das Mandatshandbuch ab.
Den meisten Kapiteln sind Arbeitshilfen in Form von Formulierungsvorschlägen, Musterklauseln und/oder Checklisten beigefügt, die graphisch hervorgehoben sind, was nachdrücklich zu einem besseren Verständnis beiträgt. Den einzelnen Paragraphen sind Literaturhinweise vorangestellt, die eine vertiefende Befassung mit Einzelthemen ermöglichen. Zudem befinden sich auch im Text selbst immer wieder Fußnoten mit ausgewählten Rechtsprechungs- und Literaturhinweisen. Als besonders wertvoll hervorzuheben sind die zahlreichen, optisch durch eine graue Hinterlegung kenntlich gemachten Praxistipps. Diese geben dem Leser praktische Anregungen oder Argumentationshilfen an die Hand. Ein äußerst umfangreiches Sachregister ermöglicht einen schnellen Zugriff auf das Gesuchte.
Die beteiligten Autoren bedienen sich eines gut verständlichen Sprachstils. Durch klare Untergliederungen, die gut nachvollziehbare Struktur und die kurz gehaltenen Absätze wird eine hohe Lesbarkeit erreicht. Die Prägnanz der Erläuterungen, die verständliche Formulierung und die partiell bebilderte Darstellungsweise (insbesondere in § 1 bei den technischen und organisatorischen Grundlagen) belegen, dass das Werk in hohem Maße praxisgerecht und praxistauglich ist.
Inhaltlich handelt es sich beim „Mandatshandbuch IT-Recht" um ein überzeugendes Werk, das eine solide Rechtsberatung ermöglicht. Es ist auf dem besten Wege, bereits mit der 1. Auflage zu einem der Standardwerke des IT-Rechts zu werden. Rechtsprechung und Literatur sind – soweit ersichtlich – bis Mitte 2011 berücksichtigt. Um der breit gefächerten Materie des IT-Rechts Herr zu werden, führt kein Weg am Auer-Reinsdorff/Conrad vorbei.
Die Anschaffung des Buchs als Arbeitsmittel kann, trotz des relativ hohen Preises, jedem Praktiker, der mit IT-Rechts-relevanten Fällen betraut ist, sowie natürlich allen Fachanwälten, aber auch Studierenden mit informations- und kommunikationsrechtlichem Schwerpunkt, uneingeschränkt empfohlen werden. Das Werk eignet sich ferner als Ausgangspunkt für eine vertiefende Befassung mit einzelnen Themen.


Ass. iur. Alexander Seidl, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Mediator (CVM), Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht (Prof. Dr. Heckmann), Universität Passau