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Kuselit Rezensionen

Winfried Schwabe - Sachenrecht

Titel: Sachenrecht Cover
Autor: Winfried Schwabe
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2011
Seiten: 292
Preis: 18,90
ISBN: 978-3-415-04704-4
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Lars Michael Kitzmann, Bonn
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Winfried Schwabe

Sachenrecht. Materielles Recht & Klausurenlehre Lernen mit Fällen

7. Aufl. Stuttgart 2011. ISBN 978-3-415-04704-4 


Das Werk Lernen mit Fällen – Sachenrecht von Winfried Schwabe gibt es in der mittlerweile 7. Auflage. Die Darstellung des materiellen Sachenrechts und die daran orientierte Klausurenlehre umfasst insgesamt 291 Seiten. Hiervon entfallen 270 Seiten auf die Falllösungen.
Das Cover ist farblich zurückhaltend gestaltet. Der Text ist in üblicher Schriftgröße geschrieben. Skizzen zur Veranschaulichung des Lösungsweges sind enthalten. Der Autor benutzt bewusst Änderungen des Schriftbildes in Form von farblichen Untermalungen. Diese sollen die Struktur des Lösungswegs verdeutlichen.


Der Aufbau gliedert sich in acht Abschnitte, in welchen insgesamt 26 Fälle besprochen werden. Die Fallbesprechungen beginnen mit dem jeweiligen Sachverhalt inklusive Fallfrage, gefolgt von der Nennung der Schwerpunkte des jeweiligen Falles, welche grau hinterlegt sind. Daran anschließend wird der Lösungsweg dargestellt. Dieser umfasst nicht nur die Herleitung der Lösung, sondern gibt zusätzliche Hinweise, die eine Umsetzung des Gelernten auf andere Fälle ermöglichen. Zusätzlich werden kleine Einblicke in die Arbeit eines Korrektors gegeben. Innerhalb der einzelnen Prüfungspunkte orientiert sich der Lösungsweg am Gutachtenstil. Zu den Definitionen und dargestellten Meinungen werden Belege aus Rechtsprechung und (Fach-)Literatur angeführt. Bei Bedarf wird so ein Nachlesen ermöglicht.
An die Fallbesprechung schließt sich jeweils ein ausformuliertes Gutachten zum besprochenen Fall an. Hierbei handelt es sich, nach Aussage des Autors, um die Ideallösung. Diese ist ebenfalls farblich vom restlichen Text abgehoben.
Am Schluss des Werkes findet sich ein Sachwortverzeichnis im Umfang von vier Buchseiten.

Das Werk ist als Lehrbuch konzipiert und beschränkt sich, wie der Titel vorgibt, auf das Sachenrecht. Die Zuordnung zum Zivilrecht ist evident. Innerhalb der Lehrbücher ist es den Büchern zur Klausurenlehre, im Speziellen den Fallbüchern, zuzuordnen. Neben dem materiellen Recht soll dem Leser die Technik der gutachterlichen Klausurlösung nahe gebracht werden.

Wie der Titel der Reihe vorgibt, wird dem Leser der behandelte Stoff in der behutsamen Weise des "Lernen mit Fällen" nah gebracht. Diese Idee ist nicht neu. Dem Autor gelingt es jedoch, den Leser durch eine nahezu freundschaftliche Atmosphäre von Anfang an zum Mitarbeiten zu animieren. Dies ist zwingende Voraussetzung der erfolgreichen Bearbeitung eines Fallbuches. Das Buch lebt von der Mitarbeit des Lesers. Dies erreicht der Autor durch den verwendeten Schreibstil. Sprachlich zeigt sich somit die gewünschte Zielgruppe des Werkes: vorrangig Anfänger, Fortgeschrittene aber auch Examenskandidaten - in jedem Fall Studenten.
Durch die vielfach eingestreuten Hinweise wird der Anfänger nahezu beiläufig an die künftig geforderte Denk- und Arbeitsweise herangeführt - den Gutachtenstil. Außer dem materiellen Sachenrecht lernt der mitarbeitende Leser so die Technik, die er zum Lösen einer sachenrechtlichen Klausur benötigt.
Hervorzuheben ist vor allem die strukturierte Vorgehensweise. Die Ordnungspunkte sind am juristischen Standard orientiert. Der Aufbau prägt sich so (wiederholend) in das Gedächtnis ein.
Beim Durcharbeiten stellt sich, vor allem beim Anfänger, allzu oft der vom Autor beabsichtigte AchSo!-Effekt ein.
Eigene Meinungen des Autors zu Streitfragen sucht man in diesem Werk vergebens. Dafür ist es aber auch nicht ausgelegt.
Ob der bearbeitete Stoff als gezielte Vorbereitung auf das Examen ausreicht, mag dahin gestellt bleiben. Dies kann bei einem Werk dieses Umfangs jedoch auch nicht erwartet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Werk eine sinnvolle Anschaffung für Studenten der Anfangssemester darstellt. Sie werden fast spielerisch in die Materie des Sachenrechts und den Umgang mit der Gutachtentechnik eingearbeitet.  Auch Fortgeschrittenen kann die Lektüre empfohlen werden. Für diese dient das Werk als Wiederholung des Sachenrechts und des Gutachtenstils, und dem Gespür dafür, was ein Korrektor lesen möchte.

Lars Michael Kitzmann, Bonn