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Kuselit Rezensionen

Winfried Schwabe - Allgemeiner Teil des BGB

Titel: Allgemeiner Teil des BGB Cover
Autor: Winfried Schwabe
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2011
Seiten: 252
Preis: 18,90
ISBN: 978-3-415-04649-8
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: RA Klaus Hebrank
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

 

Winfried Schwabe

Allgemeiner Teil des BGB - Materielles Recht & Klausurenlehre

251 Seiten, 5. Auflage, Boorberg Verlag 2011, ISBN 978-3-415-04649-8

 

Das in neuer Auflage erschienene Lehrbuch stammt von einem erfahrenen Ausbilder und Repetitor.

Das Werk ist in fünf Abschnitte gegliedert und enthält 25 Fälle. Die Abschnitte zeigen die für das Examen wesentlichen Bereiche des BGB´s Allgemeiner Teil. So sind Fälle zu Willenerklärungen, dem Vertragsschluss, der Stellvertretung, dem Minderjährigenrecht und dem Anfechtungsrecht vorhanden.

Die Darstellung der Fälle erfolgt durch die Schilderung des Sachverhaltes, eine Darstellung der Schwerpunkte des Falles, einem Lösungsweg und einem ausformulierten Gutachten.  Im Rahmen der Lösungswege geht der Autor von der Anspruchsgrundlage aus, stellt deren Voraussetzungen ausführlich dar und erläutert Definitionen. Dabei werden immer die Normen aus dem BGB angegeben sowie Rechtsprechung und Literatur zur Vertiefung. Darüber hinaus werden Klausurtipps geben, wie beispielsweise beliebte Aufgabenstellungen, mit denen bestimmte Probleme abgefragt werden können. Das Gutachten stellt dann eine Musterlösung dar, die nach Ansicht des Autors zur vollen Punktzahl führen sollte. Gedanklich folgt die Darstellung den Gedankenschritten, die im Rahmen einer gutachterlichen Klausur durchschritten werden sollten. So wird der Leser an die einzelnen Schritte gewöhnt.

Vor der ersten Gutachtenlösung gibt der Autor noch einige Hinweise: Verständniserläuterungen haben in dem Gutachten nichts verloren, das Geschriebene ist für den Prüfer das Entscheidende. Leider wird nicht erwähnt, dass es nicht DIE Lösung im Gutachten gibt. Die Formulierungen innerhalb eines Gutachtens können sehr unterschiedlich sein, ohne dass zwingend ein Fehler vorliegt. So verwendet der Autor im Untersatz häufig „folglich“. Das der Untersatz aus den Ausführungen folgt ist meines Erachtens selbstverständlich, also ist das „folglich“ aus meiner Sicht überflüssig, führt aber zu keiner Abwertung. Das kann aber jeder Prüfer anders sehen und bewerten. Bei Fall 19 wird zwar ein Obersatz gebracht, aber statt eines Untersatzes nur ein Ergebnis, das einem Untersatz ähnelt. Als Prüfer würde ich hier Abzüge geben, insbesondere weil das Ergebnis mit „Da“ beginnt und dieses auf einen Urteilsstil hinweist. Sicher ist man mit Untersätzen immer, wenn man diese mit dem Obersatz vergleicht. Die Fragestellung aus dem Obersatz (ob ein Anspruch besteht) muss im Untersatz bejaht oder verneint werden. Beispiel: Obersatz: „A könnte einen Anspruch aus § 433 Abs. 2 BGB auf Zahlung des Kaufpreises gegen B haben.“ Untersatz: „A hat (hat keinen) Anspruch aus § 433 Abs. 2 BGB auf Zahlung des Kaufpreises gegen B.“. Dieses wirkt zwar sehr statisch, hilft aber Fehler zu vermeiden.

Das Werk enthält ein ausführliches Sachverzeichnis, so dass auch gezielt ein Aspekt gesucht und bearbeitet werden kann.

Es kann sowohl von Anfängern zur Einarbeitung in die Materie des BGB Allgemeiner Teil, von Fortgeschrittenen und auch von Examenskandidaten genutzt werden. Eine Anschaffung also, die sich besonders zu Beginn des Studiums lohnt. Ein Zielgruppenorientiertes Werk, das den prüfungsrelevanten Stoff darstellt und ein schnelles Nachlesen und Lernen sowie Wiederholen ermöglicht.

 

Klaus Hebrank, Rechtsanwalt