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Kuselit Rezensionen

Julian Krüper (Hrsg.) - Grundlagen des Rechts

Titel: Grundlagen des Rechts Cover
Autor: Julian Krüper (Hrsg.)
Verlag: Nomos
Ort: Baden-Baden
Jahr: 2011
Seiten: 286
Preis: 22,00
ISBN: 978-3-8329-4741-5
Internet:
Rezensent: Dr. Axel Schwarz, Moritzburg
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Gutes Recht



Grundlagen des Rechts
Herausgegeben von Dr. Julian Krüper
2011, 286 S., Broschiert, 22,- €
ISBN 978-3-8329-4741-5

 

Bewertung*   

Ausgezeichnet, hervorragend lesbar, gut verständlich, ein Musterbeispiel gelungener Lernökonomie, halb geschenkt!

Inhalt   

Einführung in die theoretischen, geistesgeschichtlich-historischen, methodischen Grundlagen sowie die neuesten Entwicklungen

Zielgruppe  

Studenten, Praktiker, jeder gebildete Mensch
Was kann man lernen?   

Schärfung des Gespürs für juristische Qualität und des juristischen Differenzierungsvermögens, Hintergrundwissen

 

Grundlagen des Rechts! Wozu sollen sie gut sein? Wozu überhaupt braucht man Grundlagenforschung? Braucht etwa der vom Turm springende Wassersportler Kenntnisse von der Gravitationstheorie (Krüper , S. 19)? Wäre die Teflon-Pfanne nicht auch ohne Weltraumforschung erfunden worden? Ist der Nutzen einer erkenntnisorientierten und zweckfreien Forschung nicht so ungewiss, dass man darauf verzichten könnte? Natürlich nicht! Wir brauchen Grundlagenforschung sowohl in den Natur- als auch in den Geisteswissenschaften. Für die ersteren begründet der Astronom  Florian Freistetter dies mit dem Wert der Sinnlosigkeit . Für die Rechtswissenschaft räumt der Herausgeber Julian Krüper zwar ein, dass sich Klausuren und Hausarbeiten auch ohne Grundlagenwissen lösen lassen. Entsprechendes gilt auch für die Herstellung juristischer Schriftsätze. Aber eindeutig besser gelingt es mit Grundlagenwissen.
So lassen sich befriedigende Ansätze zur Lösung grenzüberschreitende Fälle kaum ohne ein Verständnis der verschiedenen Rechtskreise samt deren historischen und rechtlichen Unterschiede finden. Ähnliches gilt z.B. für die Kernfragen der Europäischen Integration, die Rechtsprobleme des 21. Jahrhunderts und das Verständnis gerichtlicher Verfahren überhaupt. Vor diesem überwältigenden Material braucht man jetzt nicht mehr das Handtuch zu werfen. Denn das hier besprochene Werk bietet einen nahezu kompletten, wissenschaftlich fundierten und pädagogisch gut vorbereiteten Überblick über das juristische Grundlagenwissen, und zwar nicht nur für den Juristen, sei es als Student oder Praktiker, sondern für jeden gebildeten Menschen!

Mit den theoretischen Grundlagenfächern (in Kapitel B) befassen sich Katrin Gierhake, Bonn (§ 1 Philosophie), Andreas Funke, Köln (§ 2 Rechtstheorie) und Peter Stegmeier , Twente (§ 3 Recht und Normativität aus soziologischer Perspektive).

Die Geistesgeschichtlich-Historischen Grundlagenfächer finden sich in Kapitel B, das Mehrdad Payandeh, Düsseldorf (§ 4 Allgemeine Staatslehre) eröffnet (zu dessen Vorlesung zum „Ende des Finanzmarktkapitalismus“ siehe YouTube), gefolgt von Bettina Noltenius (Bonn), Sebastian Roßner (Düsseldorf) und Stephan Schuster (Passau) mit ihrer gemeinsamen „Annäherung an die Rechtsgeschichte“ (§ 5), der sich gesonderte Darstellungen zu Verfassungsgeschichte (§ 6, Roßner), Privatrechtsgeschichte (§ 7, Schuster) und Deutsche Strafrechtsgeschichte (§ 8, Noltenius) anschließen.

Kapitel D wendet sich den Methodischen Grundlagenfächern zu, mit Heiko Sauer, Düsseldorf, zur Juristischen Methodenlehre (§ 9), Susanne Augenhofer, Berlin, zur Rechtsvergleichung (§ 10) und Gisela Rühl , Jena, zur Ökonomischen Analyse des Rechts (§ 11).

Aber auch die neueste Entwicklung wird einbezogen. Das Kapitel D „Neuere Grundlagenfächer umfasst in § 12 „Recht und Sprache“ von Markus Thiel, (Düsseldorf), in § 13 „Recht und Neurowissenschaften“ von Michael Lindemann, (Düsseldorf), und in §14 die „Kulturwissenschaftliche Analyse des Rechts“ des Herausgebers dieses Buches, Julian Krüper (ebenfalls Düsseldorf).

„Für wen dieses Buch geschrieben ist, wie und warum“, beschreibt der Herausgeber im Kapitel A. Alle Beiträge folgen einer einheitlichen Gliederung und verfügen über Querverweise, Wiederholungsfragen und zielsichere Literaturhinweise. Zusammen mit der Inhaltsübersicht sowie den ausgezeichnet informativen Inhalts- und Stichwortverzeichnissen ist das Arbeiten mit diesem Buch geradezu ein Vergnügen!
Kurzum: Wer dieses Buch nicht kauft, ist selbst dran schuld.

Dr. Axel Schwarz, Moritzburg

 

*  Die Hyperlinks dieser Rezension wurden am 29.1.2012 abgerufen