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Kuselit Rezensionen

Hartung, Wolfgang \\ Schons, Herbert P. \\ Enders, Horst-Reiner - RVG

Titel: RVG Cover
Autor: Hartung, Wolfgang \\ Schons, Herbert P. \\ Enders, Horst-Reiner
Verlag: Verlag C.H. Beck
Ort: München
Jahr: 2011
Seiten: 1302
Preis: 78 €
ISBN: 978-3-406-60449-2
Internet: http://www.beck.de/
Rezensent: Hebrank, Klaus
Quelle: Kuselit Verlag GmbH


Noch ein Kommentar zum RVG? So ähnlich lautet die Frage im Vorwort des Werkes. Dort wird auch die Problematik des „neuen“ Vergütungsrechts der Rechtsanwälte genannt: es hat sich in der Praxis noch nicht etabliert. Der Kommentar soll daher die „Lücke“ zwischen Lehrbuch und Großkommentar schließen.

Die Kommentierung ist grob in zwei Bereiche aufgeteilt: das RVG an sich und das Vergütungsverzeichnis zum RVG. Bei den jeweiligen Kommentierungen wird ein Überblick vorangestellt, um die Lesbarkeit zu erhöhen, danach werden die einzelnen Vorschriften detailliert (mit Nachweisen) beschrieben

Die Kommentierung zum Erfolgshonorar ist sehr umfangreich und kann helfen entsprechende wirksame Honorarvereinbarungen zu treffen. Allerdings fehlt aufgrund der Neuheit der Möglichkeit des Erfolgshonorars eine richterliche Einschätzung. Ob sich ein Erfolgshonorar in der deutschen Rechtslandschaft durchsetzen wird erscheint doch mehr als fraglich. Das Gesetz geht von einem „angemessenen Zuschlag“ aus. Sicher ist, dass die gesetzliche Vergütung die untere Grenze bildet, die obere Grenze des Aufschlags ist unsicher. Die Rechtsprechung wird aber auch das Risiko des Rechtsanwaltes im Verlustfall mitberücksichtigten müssen, um zu einer Obergrenze des Erfolgshonorars zu gelangen. Geht man von einer rein statistischen Chance aus voll zu obsiegen und das Erfolgshonorar zu verwirklichen und sieht die anderen Chancen voll zu verlieren, einem Urteil zwischen voll gewinnen und voll verlieren und einen Vergleich zu schließen gleich hoch an, dann liegt die Chance bei jeweils 25 %. Dann sollte das Erfolgshonorar bei bis zu 75 % der für den Mandanten erstrittenen Summe liegen können. Ob Mandanten ein Erfolgshonorar nach Abschluss des Verfahrens akzeptieren werden erscheint nicht wahrscheinlich. Nur in den Bereichen, in denen der Mandant keine Aufwendungen hatte oder keine andere Kosten mit dem ausgeurteilten Betrag bestreiten muss (z. B. Gewinnzusagen, Schmerzensgeld etc.), wird er bereit sein einen Teil davon abzugeben. Ansonsten sollten die anderen Möglichkeiten (z. B. Prozesskostenhilfe, Prozessfinanzierer) genutzt werden, damit die rechtsanwaltlich Tätigkeit entsprechend vergütet wird.

Das Vorwort stellt den Handkommentar als Helfer aus der Praxis für die Praxis dar. Hier wünsche ich mir für eine zukünftige Auflage eine Tabelle mit den verschiedenen Dezimalwerten und den berechneten Gebühren, um meinem Mandanten schnell eine grobe Einschätzung der Kosten geben zu können. Dieses könnte im Wege einer dem Kommentar beiliegenden Tabelle erfolgen.

Die Punkte des Vergütungsverzeichnisses werden einzeln aufgeführt und behandelt. Eingearbeitet ist auch schon das neue FamFG.

Das Werk ist eine ausführliche, praxisorientierte Kommentierung, die Beispiel und Praxistipps sowie Nachweise zur Vertiefung enthält.

Ein umfangreiches Sachverzeichnis rundet das Gesamtbild ab.

 

Klaus Hebrank, Rechtsanwalt