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Kuselit Rezensionen

Wehrle, Claudia \\ Zilian, Knud - Beschlossen und verkündet!

Titel: Beschlossen und verkündet! Cover
Autor: Wehrle, Claudia \\ Zilian, Knud
Verlag: Verlag C.H. Beck
Ort: München
Jahr: 2010
Seiten: 0
Preis: 14,80 €
ISBN: 978-3-406-61274-9
Internet: http://www.beck.de/
Rezensent: Meeners, Silke
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

 

Die Audio-CD wurde – wie ihre Vorgänger – als Sonderausgabe der ansonsten monatlich mit aktueller Rechtsprechung erscheinenden Reihe „NJW-Audio-CD“ aufgelegt.

Hierzu hat das bewährte Team Wehrle / Zilian insgesamt 18 Fälle von Gerichten aller Instanzen (Zeitraum: 1970 bis 2009) ausgewählt und bearbeitet, die in szenischen Hörspielen umgesetzt sind.  Die Sprecher sind neben zwei weiteren dabei die Autoren selbst.

Zur Zielgruppe gehören nach Verlagsangaben Rechtsanwälte, Richter, Staatsanwälte, Justitiare, Behördenvertreter, Jura-Studenten und alle Menschen mit Humor.

Diese werden von dem einem Erzähler in Form des fiktiven Gerichtsreporters Linckh durch die einzelnen Szenen und zugleich durch die Untiefen der Kuriositäten, mit der sich die Justiz zu beschäftigen hatte, geführt.  

Was bisher bewährt und beliebt war, erscheint in der aktuellen Auflage etwas hölzern und teilweise antiquiert.

Als gutes Beispiel hierfür dienen die zwischendurch z.B. in der Gerichtskneipe eingestreuten Juristenwitze, die von den Akteuren selber als „uralt“ oder wenig komisch abgetan werden.

Die Betonung der Sprecher spannt einen weiten Bogen von fröhlich über gelangweilt bis süffisant, wobei durchaus gängige Klischees von Rechtsanwälten, Richtern, anderen Beamten und auch Zeugen aus ländlichen Gegenden bedient werden. Viele Dialoge bzw. Aussagen werden in Dialektform dargeboten, die nicht unbedingt Bezug zum Gerichtsort haben.

Als störend mag mancher Hörer auch empfinden, dass der Gerichtsreporter z.B.  in kurzem Abstand zwei der ausgewählten Episoden mit den gleichen Sätzen einleitet: „Hübsch ist ja auch folgende Geschichte“.

Die ausgewählten Urteile erreichen jedoch sicher den angestrebten Zweck, kuriose Spitzen, die sich vom Berufsalltag der Zielgruppen abheben, in Kurzform und mit menschlicher Note statt Juristendeutsch darzustellen.

Und Anlass zum Schmunzeln, Wundern oder ungläubigen Staunen darüber, womit so mancher Lebensalltag die Justiz beschäftigt, gibt es beim Hören der CD dann doch genug: 

Ob z.B. über die verpasste Berufungsbegründungsfrist des Rechtsanwalts, der über seinem eigenen Schriftsatz eingeschlafen ist; den Temposünder, der seinen komatösen Wellensittich retten wollte oder auch das berühmte „Beamtenmikado“.

 

Silke Meeners

RAin, FAin InsR, Bad Breisig