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Kuselit Rezensionen

Lutz J. Heinrich, Armin Heinzl, Friedrich Roithmayr - Wirtschaftsinformatik-Lexikon

Titel: Wirtschaftsinformatik-Lexikon Cover
Autor: Lutz J. Heinrich, Armin Heinzl, Friedrich Roithmayr
Verlag: Oldenbourg
Ort: München
Jahr: 2004
Seiten: 956
Preis: 29,80
ISBN: 978-3-486-27540-7
Internet:
Rezensent: Schwarz, Axel
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Lutz J. Heinrich, Armin Heinzl, Friedrich Roithmayr
Wirtschaftsinformatik-Lexikon
7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage
München 2004
ISBN 978-3-486-27540-7

 

Das Wirtschaftsinformatik-Lexikon ist ein allseits anerkanntes Standard-Nachschlagewerk. Es bietet die Grundlage für theoretische (Ursache/Wirkung-Zusammenhänge) und technologische Aussagen (Ziel/Mittel-Zusammenhänge) im Bereich der Wirtschaftsinformatik. Der rasanten Entwicklung ist es geschuldet, dass es weder Vollständigkeit beansprucht noch beanspruchen kann. Hinzu kommt, dass Wirtschaftsinformatik eine besondere Querschnittsfunktion ausübt, die alle sonstigen Grund- und Querschnittsfunktionen durchdringt. Dies ist bereits im Lehrbuch von Lutz und Stelzer „Informationsmanagement. Grundlagen, Aufgaben, Methoden“ sehr schön erklärt.[1] Dieses ebenfalls bei Oldenbourg erschienene Lehrbuch  und das hier vorgestellte Wirtschaftsinformatik-Lexikon sind kohärent konzipiert und ergänzen sich großartig. Aufbau und Handhabung des Wirtschaftsinformatik-Lexikons sind detailliert erläutert (S. XVI ff). Das Lexikon basiert auf der Kategorisierung der wichtigsten 6 Teilgebiete der Wirtschaftsinformatik, die ihrerseits wiederum in Sachgebiete unterschieden werden. Im Mittelpunkt der Teilgebiete stehen jeweils die wesentlichen Elemente von Informations- und Kommunikationssystem, nämlich

1.     der Mensch,

2.     die Aufgabe,

3.     die Technik,

4.     die Systemplanung,

5.     das Informationsmanagement und

6.     übergreifende Sachgebiete wie Forschungsmethode, IT-Recht, wissenschaftstheoretische Grundlagen u.a.,

 

die in über 4000 Stichwörtern und 3700 Verweisstichwörtern definiert werden. Jedes Sachgebietsstichwort (S. 3 – 33) besteht aus der deutschen Begriffsbezeichnung, die „Bezeichner“ genannt wird, (z.B. Algorithmus), der englischen Übersetzung des Stichworts (z.B. algorithm), der Bezeichnung des einschlägigen Teilgebiets (z.B. Methodensystem) sowie dem erläuternden Definitionstext, der Explikation heißt (z.B. „Ein Problemlösungsverfahren … für eine Klasse gleichartiger Aufgaben …“). Die Sachgebietsstichwörter schließen jeweils mit Quellenangaben.

Die Stichwörterdefinitionen (S. 37 – 747) sind genauso aufgebaut, enthalten jedoch keine Quellenangaben. Hier ein paar Beispiele:

Unternehmensgedächtnis

-         corporate memory

-         Informationsinfrastruktur

-         „Eine … in Analogie zum menschlichen Gehirn eingeführte Bezeichnung für ein Informationssystem zur Speicherung von Daten aus allen einer Organisation zugänglichen Quellen, …“

Frühwarnsystem

-         early warning system

-         Informationsinfrastruktur

-         „Der Teil eines Informationssystems … zur Erkennung von Chancen und Risiken, …die noch nicht allg. wahrnehmbar sind, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden. …“

Querverweise erfolgen durch die Verwendung von Pfeilen. Wann immer angebracht, erleichtern Schaubilder das Verständnis.

In den Anhängen (S. 751 – 935) finden sich deutsch-, englisch- und französischsprachige Abkürzungen und Akronyme, Verzeichnisse von Fachzeitschriften, von Lehr- und Forschungseinrichtungen sowie von Verbänden und Vereinigungen, und außerdem englisch- und deutschsprachiger Indices.

Alles in allem also: Eine hervorragende Sache, mit der sich ausgezeichnet, schnell und effektiv arbeiten lässt – und das zu einem unschlagbar günstigen Preis!

Wer weitere Vertiefung – vom Schreibtisch aus – wünscht oder benötigt, kann zusätzlich und kostenfrei (!) die elektronische Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik[2] des Oldenbourg Verlages nutzen, die Stichwörter je nach Thema in gut überschaubaren und zitierfähigen (!) Beiträgen erläutert. An diesem Gemeinschaftsprojekt arbeiten mehr als 180 Autoren mit (überwiegend deutsche, österreichische und Schweizer Wissenschaftler, daneben aber auch Nachwuchswissenschaftler sowie externe Fachexperten).

Als Jurist möchte man erblassen vor Neid. Dennoch, wer (auch als Jurist) an den Schnittstellen zwischen Verwaltung und Kommunikation, arbeitet, sollte getrost auf das hier besprochene und empfohlene Wirtschaftsinformatik-Lexikon von Heinrich/ Heinzl / Roithmayr und die dargestellten zusätzlichen Angebote des Oldenbourg Verlages zurückgreifen. Das gilt insbesondere für die anstehenden Maßnahmen der Verwaltungsvereinfachung und Geschäftsprozessmodellierungen[3], die bedingt durch den Ablauf der EU-Dienstleistungsrichtlinie europaweit in Angriff zu nehmen sind.

 Dr. Axel Schwarz



[1] Siehe „Reduktion von Ungewissheit“, Kuselit-Rezension zu: Lutz J. Heinrich, Dirk Stelzer, Informationsmanagement. Grundlagen, Aufgaben, Methoden, 9., vollständig überarbeitete Auflage 2009,  Oldenbourg Verlag, München, ISBN 978-3-486-59068-5.

 

[2] http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie.

[3] z.B. Jörg Becker, Geschäftsprozessmodellierung, http://www.oldenbourg.de:8080/wi-enzyklopaedie/lexikon/is-management/Systementwicklung/Hauptaktivitaten-der-Systementwicklung/Problemanalyse-/Geschaftsprozessmodellierung/index.html; ferner soeben

Steven Ott, Grundbegriff der Organisationsgestaltung. Die Modellierung von Geschäftsprozessen mittels Flussdiagrammen, Verwaltungsrundschau (VR) 5/2010, 161 – 163.