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Kuselit Rezensionen

Eberhard Braun / Rainer Riggert / Thomas Kind - Schwerpunkte des Insolvenzverfahrens

Titel: Schwerpunkte des Insolvenzverfahrens Cover
Autor: Eberhard Braun / Rainer Riggert / Thomas Kind
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2009
Seiten: 328
Preis: 42,00
ISBN: 978-3-415-04316-9
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Dr. Claudia Cymutta
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Dr. Eberhard Braun, Dr. Rainer Riggert, Thomas Kind

Schwerpunkte des Insolvenzverfahrens

4. Auflage, 2009, 319 S., Richard Boorberg Verlag

ISBN: 978-3-415-04316-9

Das Buch soll einen Leitfaden über das Insolvenzverfahren geben, wobei die Erhaltung und Sanierung von insolventen Unternehmen im Vordergrund steht. Einen Schwerpunkt bildet daher die Darstellung von Instrumenten der Insolvenzordnung, die den Erhalt des schuldnerischen Unternehmens ermöglichen sollen, wie z.B. die „übertragende Sanierung“, der Insolvenzplan und die Eigenverwaltung.

Das Buch ist in 10 Teile gegliedert, die jeweils in mehrere Kapitel unterteilt sind:

A.      Das Insolvenzgericht – Zuständigkeit, Aufgabenverteilung und Gerichtskosten

B.     Das Insolvenzeröffnungsverfahren

C.     Das Regelinsolvenzverfahren

D.     Der Insolvenzplan

E.     Die Eigenverwaltung

F.      Die Restschuldbefreiung

G.     Das Verbraucherinsolvenzverfahren

H.     Die Haftung und Vergütung des (vorläufigen) Insolvenzverwalters

I.       Rechtsmittel und Rechtsbehelfe

J.       Das internationale Insolvenzrecht

Jedem Kapitel ist ein ausführliches Inhaltsverzeichnis vorangestellt, während die Inhaltübersicht zu Beginn des Buches ihrer Bezeichnung entsprechend nur eine Übersicht über die Gliederungspunkte der ersten Ebene gibt.

Die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich vor allem mit verfahrensrechtlichen Aspekten bis zur Insolvenzeröffnung (Zuständigkeiten des Insolvenzgerichts, Kosten, Insolvenzfähigkeit, Eröffnungsgründe, Sicherungsmaßnahmen im Eröffnungsverfahren, Eröffnungsentscheidung, Abweisung mangels Masse). Dabei wird jeweils ein straffer, aber trotzdem alle problematischen Fragen ansprechender Überblick über die behandelten Fragen gegeben. Die Aktualität des Textes beweist z.B. die Erörterung der durch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz vom 17.10.2008 und das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) geschaffenen Änderungen bei der Überschuldungsprüfung.

Das dritte Kapitel befasst sich mit einigen im eröffneten Regelinsolvenzverfahren relevanten Themen, wobei insbesondere Überblicke über das Insolvenzanfechtungsrecht, das Insolvenzarbeitsrecht, die „übertragende Sanierung“ und die Absonderungsrechte gegeben werden. Leider werden keine Ausführungen dazu gemacht, wie die Vertragsverhältnisse des Schuldners (z.B. Kaufverträge, Mietverträge, Leasingverträge, Versorgungsverträge) behandelt werden, was für Gläubiger wie Insolvenzverwalter regelmäßig wichtige Fragestellungen sind, die auch auf die Haftung des Insolvenzverwalters Auswirkungen haben können.

Ausführlich werden dagegen die Instrumente des Insolvenzplans (4. Kapitel) und der Eigenverwaltung (5. Kapitel) behandelt. Beide Instrumente sind außerhalb der Fachöffentlichkeit noch wenig bekannt und weisen ganz eigene Mechanismen auf, die für Gläubiger und Schuldner einige Fallen bieten. Auch hier geben die Autoren eine straffe, gut gegliederte Übersicht über die Abläufe und Streitfragen.

Im 6. und 7. Kapitel gehen die Autoren auf die mit der Insolvenzordnung neu geschaffene Restschuldbefreiung und das Verbraucherinsolvenzverfahren ein. Gerade die vom Schuldner zu erfüllenden Obliegenheiten und die Möglichkeiten, eine Versagung bzw. einen Widerruf der Restschuldbefreiung herbeizuführen, stehen im Mittelpunkt der Ausführungen.

Das Buch wird abgerundet durch die in der Praxis wichtigen, aber recht selten in Lehrbüchern behandelten Fragen zu Haftung und Vergütung des Insolvenzverwalters (8. Kapitel) und den Rechtsmitteln und Rechtsbehelfen im Insolvenzverfahren (9. Kapitel). Dabei werden jeweils die Statthaftigkeit des Rechtsbehelfs und Abhilfemöglichkeiten erörtert sowie auf die relevanten Fristen hingewiesen.

Die ausführliche und im Sachzusammenhang sehr übersichtliche Darstellung eignet sich dabei gut zur Einarbeitung in die behandelten Themenkreise, sowohl für Mitarbeiter und angehende Insolvenzverwalter als auch für Gläubigervertreter. Sollten noch Einzelfragen offen bleiben, kennt der Leser zumindest die relevanten Vorschriften und gängigen Streitfragen, so dass eine weitere Recherche in Kommentaren sehr erleichtert wird. Einzelne Themenkreise, wie z.B. die Vertragsbeziehungen des Schuldners, wurden leider gar nicht behandelt, was jedoch auch der Komplexität des Insolvenzrechts und der Fülle möglicher Themen geschuldet ist.

 

Dr. Claudia R. Cymutta

Rechtsanwältin, Mannheim