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Kuselit Rezensionen

Schmidt, Judith - Internationale Dopingbekämpfung

Titel: Internationale Dopingbekämpfung Cover
Autor: Schmidt, Judith
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2009
Seiten: 209
Preis: 32 €
ISBN: 978-3-415-04314-5
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Hebrank, Klaus
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

 

Dieses Werk ist eine Dissertation der Juristischen Fakultät Kiel, die die neue Schriftenreihe Causa Sport als erster Band eröffnet.

Das Thema Doping hat sich aus dem Bereich des Sports in die Wirtschaft, Politik und das Recht verschoben. Hohe Einkommen der Sportler und wirtschaftliche Interessen der Sponsoren haben mit dem eigentlichen Sport nichts mehr zu tun. Sie eröffnen aber die Felder der Politik und der Wirtschaft. Der Ruf nach rechtlicher Sicherheit im Sport ist dann der nächste Schritt. Die Sportförderung der Bundesrepublik Deutschland ist dabei auch ein Thema. Eine nur nationale Dopingbekämpfung mag ethisch wertvoll sein, ist aber im Sinne eines internationalen, gleichen, fairen Sportwettbewerbs nicht sinnvoll. Fast alle Sportarten werden international in Wettbewerben ausgetragen und trainiert. Eine Überwachung der Sportler ist national kaum zu bewerkstelligen. Viele Wettkämpfe finden nicht in Deutschland satt, oft wird im Ausland trainiert.

Die Autorin stellt in dem ersten Kapitel die internationalen Grundlagen der Dopingbekämpfung vor. Hierbei geht sie sehr intensiv auf die völkerrechtlichen Instrumente (Anti-Doping-Konvention des Europarates, Übereinkommen der UNESCO gegen Doping im Sport) ein und stellt anschließend kurz die gemeinschaftsrechtlichen Instrumente dar. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Umsetzung der völkerrechtlichen Vorgaben in das deutsche Recht. Im zweiten Teil sind auch politische Maßnahmen zur Dopingbekämpfung sowie strafrechtliche Maßnahmen dargestellt. Den Schluss bilden das Resümee und die Ergebnisse. Daran schließt sich ein englischer Abstract an, so dass auch nicht deutschen Leser die Grundlagen der Arbeit erschließen können. Das ausführliche Literaturverzeichnis schließt das Werk ab. Ein Stichwortverzeichnis ist leider nicht vorhanden.

Für den deutschen Sportrechtler ist sicherlich der Teil hinsichtlich der finanziellen Sportförderung, der Aufdeckung von Dopingfällen und der mögliche Entzug von Fördermittel, ein wesentlicher Teil der Arbeit. Das Aufdecken von Dopingfällen mag zwar wichtig sein, jedoch ist die Verhinderung von solchen Fällen sicherlich ein wichtiger Aspekt der Dopingbekämpfung. Hierzu werden die NADA und die Zusammenarbeit mit der WADA beschrieben. Wesentlich in diesem Bereich werden die Laborarbeiten und entsprechende Forschungen dargestellt.

Das Werk stellt das Zusammenspiel zwischen staatlichen und privaten Stellen, sowie die internationale Perspektive dar.

Sehr wichtig ist die strafrechtliche Verantwortlichkeit nach §§ 95, 6a AMG, wonach es verboten ist Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden. Der Staat nimmt somit Zugriff auf die Sportakteure und deren Betreuer. Trotz aller ergriffenen Maßnahmen sind weitere Tendenzen zu beachten und es muss auf andere Dopingarten und -verfahren reagiert werden.

Insgesamt ein Werk, das einen Teilbereich der internationalen Dopingbekämpfung detailliert darstellt. Eine gesamte Darstellung hätte den Umfang einer Dissertation sicherlich gesprengt.

 

Klaus Hebrank, Rechtsanwalt