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Kuselit Rezensionen

Dieter Ansorge / Heinz Gölz / Andrea Lentz - Fachlexikon Bautechnik und Baurecht

Titel: Fachlexikon Bautechnik und Baurecht Cover
Autor: Dieter Ansorge / Heinz Gölz / Andrea Lentz
Verlag: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft
Ort: Köln
Jahr: 2009
Seiten: 300
Preis: 48,00
ISBN: 978-3-89817-565-4
Internet: http://www.bundesanzeiger.de/
Rezensent: Dr. Stephan Cymutta, Mannheim
Quelle: Kuselit Verlag GmbH
Dieter Ansorge / Heinz Gölz / Andrea Lentz
 
Fachlexikon Bautechnik und Baurecht

Köln 2009
ISBN 978-3-89817-565-4


Das "Fachlexikon Bautechnik und Baurecht" ist erstmals im Jahr 2009 erschienen. Ziel des Buches ist die Erläuterung bautechnischer Begriffe für Juristen und baurechtlicher Begriffe für Architekten, Ingenieure und andere am Bau Beteiligte. Als Lexikon ist das Buch in alphabetischer Reihenfolge aufgebaut. Die technischen Begriffe sind blau gekennzeichnet, die juristischen Begriffe orange. Obwohl es sich um ein Lexikon handelt, gibt es zusätzlich sogar ein Stichwortverzeichnis.

Die technischen, "blauen" Begriffe sind in der Regel so erklärt, dass sie für den Juristen verständlich sind. Oft sind auch Verweise auf technische Regelwerke vorhanden, also zum Beispiel auf DIN-Normen. Am Beispiel der "Weißen Wanne" ist dies sehr gut zu sehen. Zunächst erfolgt eine kurze allgemein verständliche Umschreibung, dann wenige Details gegebenenfalls mit weiterführenden Verweisen. Sehr hilfreich sind die zahlreichen Abbildungen, Tabellen und Skizzen, um technische Begriffe, Verfahren und anderes zu veranschaulichen.

Mitunter wird bei den technischen Begriffen aber auch versucht, juristische Begriffe zu umschreiben. Als Beispiel sei genannt der Begriff "Mangelbegründung" (S. 154). Die kurze Umschreibung lautet:

"Mangelbegründung ist ein juristischer Begriff für das Beschreiben und Begründen von Mängeln."

Diese Umschreibung hilft weder dem Techniker noch dem Juristen. Dies gilt erst recht, weil es kein juristisches Begriffspendant gibt. Zum Glück wird aber bei den juristischen Begriffen davon abgesehen, technische Begriffe zu erläutern.

Die juristischen, also "orangen" Begriffe werden ebenfalls meist kurz erläutert, bevor oft auf einzelne Details eingegangen wird. Sehr gelungen sind die zahlreichen Verweise auf an anderer Stelle erklärte Begriffe. Diese Querverweistechnik erleichtert die Arbeit mit dem Buch und sorgt dafür, dass ein bestimmter Begriff nicht überfrachtet wird.

Wichtig ist die unterschiedliche Behandlung von VOB-Vertrag und BGB-Vertrag, die bei vielen Begriffen herausgestellt wird. Als Beispiel sei der Begriff "Fälligkeit" (S. 78) genannt. Dort sind gut die Unterschiede zwischen beiden Vertragstypen dargestellt. Eine grundsätzlichere Gegenüberstellung hätte man sich bei dem "Oberbegriff" "Werkvertrag" (S. 254 f.) gewünscht.

Leider gibt es aber auch ungenaue Begriffserklärungen. Als Beispiel sei die "Vertragsstrafe" (S. 241 ff.) herausgegriffen. Die eigentlichen Erläuterungen, was eine Vertragsstrafe ist und wie sie verwirkt werden kann, werden gut dargestellt. Am Ende wird aber pauschal auf die Rechtsprechung verwiesen, derzufolge die Obergrenze einer Vertragsstrafe bei 10 % liegen soll. Jedoch hat der BGH (BauR 2003, S. 870) entschieden, dass eine Vertragsstrafe von mehr als 5 % unangemessen ist. Dieser Punkt leitet auch über zu einem weiteren Kritikpunkt: Es fehlen gerade bei den juristischen Fachbegriffen weiterführende Fundstellen. Wenn von "der Rechtsprechung" die Rede ist, dann wäre zumindest eine zitierte Entscheidung hilfreich. Bei manchen Begriffen kann schon eine Fundstelle in einem Kommentar oder Fachbuch helfen. Dies gilt gerade für den nicht im Baurecht tätigen Juristen.

Insgesamt kann man den Autoren und dem Buch viel Erfolg wünschen, da die Idee eines Lexikons wirklich gut ist. Zu wünschen ist den Nutzern des Buches aber eine baldige zweite Auflage, die die Kinderkrankheiten beseitigt. Das Ziel des Buchs, dass die am Bau Beteiligten die "gleiche Sprache" sprechen, erreicht es aber auf jeden Fall. Denn wenn nicht einmal die Begriffe in der gleichen Bedeutung Verwendung finden, wird eine Diskussion scheitern. Zudem kann das Buch ein wichtiger Einstieg in die Materie sein.


Rechtsanwalt Dr. Stephan Cymutta, Mannheim