Titel
Dialog schliessen

Bitte warten
Daten werden geladen...

Kuselit Rezensionen

Judith Ledermann, Klaus Ledermann, Isolde Hannamann - Prüfungsschwerpunkte im materiellen Strafrecht

Titel: Prüfungsschwerpunkte im materiellen Strafrecht Cover
Autor: Judith Ledermann, Klaus Ledermann, Isolde Hannamann
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2009
Seiten: 344
Preis: 29,80
ISBN: 978-3-415-04129-5
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Dr. dipl.-jur. Sandra Schön MM. (Hagen) Mediatorin, Halstenbek
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

 

Judith Ledermann,  Klaus Ledermann,  Isolde Hannamann

Prüfungsschwerpunkte im materiellen Strafrecht

Richard Boorberg Verlag

2. Auflage Stuttgart 2009

 

Die drei Autoren sind allesamt als im Bereich des Strafrechtes tätige Praktiker und als Ausbilder für Rechtsreferendare mit den Anforderungen der Strafrechtsklausuren im zweiten juristischen Staatsexamen bestens vertraut. So ist das von ihnen im DIN A4-Format verfasste Werk ganz besonders auf die Bedürfnisse von Rechtsreferendaren zugeschnitten.

Das Skript umfasst in der Neuauflage mehr als 330 Seiten und orientiert sich in seinem Aufbau an der Abfassung eines Strafurteils. Dementsprechend wird zu Beginn im ersten Teil des Werkes das Fehlen von Verfahrenshindernissen und dem folgend im zweiten Teil des Buches der Schuldspruch, d.h. die materiellrechtliche Würdigung der Tat, besprochen. Zu guter Letzt finden sich im dritten Teil der Abhandlung eingehende Ausführungen zum Rechtsfolgenausspruch des Urteils in Gestalt der Strafzumessung. Die Neuauflage des Skriptes wurde um ein kurzes Kapitel über den jüngst mit Gesetz vom 22.03.2007 eingeführten Straftatbestand der Nachstellung gemäß § 238 StGB („Stalking“) ergänzt. Ebenfalls eingefügt wurden nunmehr grundlegende Ausführungen zum Internetstrafrecht im Hinblick auf die Anwendbarkeit deutschen Strafrechtes und die materielle Strafbarkeit. Schließlich wurden die jüngsten Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zur nachträglichen Anordnung der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung nach § 66 b StGB zum Anlass genommen, die Ausführungen zur Strafzumessung um einen entsprechenden Unterpunkt zu vervollständigen.

Schwerpunktmäßig behandelt das Werk das materielle Strafrecht. Klassischerweise erfolgt dort die Trennung zwischen dem Bereich des Allgemeinen Teils und des Besonderen Teils des Strafgesetzbuches. Die Abschnitte des Besonderen Teils werden nach Deliktsgruppen unterteilt; vorangestellt ist den jeweiligen Delikten ein entsprechendes Prüfungsschemata. An dieser Stelle wird das Skript seinem besonderen Anliegen, eine grundlegende Einarbeitung in die Probleme des materiellen Strafrechtes zu ermöglichen und Strukturwissen anstelle einer bloßen Summe von Detailkenntnissen zu vermitteln, leider nur eingeschränkt gerecht, denn es wird nahezu jedem Deliktstatbestand Raum gewidmet, obgleich die Examensrelevanz beispielsweise der Abgeordnetenbestechung (§ 108 e StGB, auf Seite 255 f. des Skriptes) oder der Wettbewerbsstraftaten (§§ 298 ff. StGB, auf Seite 256 ff. des Skriptes) vergleichsweise gering sein dürfte. Zu Recht werden Meinungsstreitigkeiten nicht uferlos diskutiert, sondern kurz und bündig durch Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes entschieden. Der Fußnotenapparat ist knapp bemessen und verweist regelmäßig auf den im Examen in sämtlichen Bundesländern zugelassenen Standardkommentar von Fischer zum Strafgesetzbuch, wodurch die praktische Handhabung dieses in den strafrechtlichen Examensklausuren so unentbehrlichen Hilfsmittels frühzeitig eingeübt wird.

Positiv hervorzuheben ist weiterhin, dass den Autoren die enge Verknüpfung des materiellen Strafrechtes mit dem Strafverfahrensrecht durchweg sehr gut gelungen ist. Es finden sich bei den entsprechenden Deliktstatbeständen Hinweise auf Antragserfordernisse, auf die Einordnung des Tatbestandes als Privatklagedelikt oder die Zulässigkeit besonderer Ermittlungsmaßnahmen. Außerdem erleichtern Formulierungsvorschläge zu Tenor und Gründen des Urteils sowie wichtige Querverweise zum Prozessrecht dem Leser die praktische Handhabung des Skriptes und führen zu einem raschen Lernerfolg.

Insgesamt eröffnet dieses Werk Rechtsreferendaren die Möglichkeit, sich binnen eines überschaubaren Zeitraumes ein solides strafrechtliches Basiswissen und zugleich das grundlegende Verständnis für strafrechtliche Fragestellungen anzueignen, mit welchem auch unbekannte Probleme und Zweifelsfragen in den Klausuren erkannt und mit gut vertretbarem Ergebnis gelöst werden können. Das Skript ist daher vor allem als Einstieg in eine effiziente Vorbereitung auf die Strafrechtsklausuren des zweiten juristischen Staatsexamens sowie als Ausgangsbasis für vertiefte Studien des materiellen Strafrechtes geeignet, wenngleich der frühzeitige Gebrauch des Werkes in der Strafrechts- oder Rechtsanwaltsstation zweifelsohne von großem praktischem Nutzen und auch insoweit uneingeschränkt zu empfehlen ist.

 

Dr. dipl.-jur. Sandra Schön M.M. (Hagen)

Juristin und Mediatorin (Master), Halstenbek