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Kuselit Rezensionen

Rudi W. Märkle / Matthias Alber / Wolfgang Horn / Andreas Leis - Der Verein im Zivil- und Steuerrecht

Titel: Der Verein im Zivil- und Steuerrecht Cover
Autor: Rudi W. Märkle / Matthias Alber / Wolfgang Horn / Andreas Leis
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2008
Seiten: 505
Preis: 68,00
ISBN: 978-3-415-04063-2
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Dr. Axel Schwarz, Bukarest
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

 

Rudi W. Märkle / Matthias Alber / Wolfgang Horn / Andreas Leis

Der Verein im Zivil- und Steuerrecht

12. Aufl. Stuttgart 2008

ISBN 978-3-415-04063-2

 

 

Bewertung[i]

10

Inhalt

Zivil- und Steuerrecht des Vereins

Zielgruppe

Mitglieder und Vorstände von Vereinen, Steuerberater und Juristen

Was kann man lernen?

Wie bewahrt man einen Verein vor steuerlichen Nachteilen und Schäden? Wie kann man einen Verein wirtschaftlich gesund erhalten?

Herausgeber / Autor[ii]

Dr. Rudi W. Märkle, Ministerialdirigent a.D., ehemals Leiter der Steuerabteilung beim Finanzministerium Baden-Württemberg;

Matthias Alber, Oberamtsrat, bei der OFD Karlsruhe;
Wolfgang Horn, Oberamtsrat für den Bereich Umsatzsteuer bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart;

Andreas Leis, Amtsrat. für den Bereich Lohnsteuer Amtsrat beim Finanzministerium Baden-Württemberg

 

Ein gesunder Verein

Das seit 1972 jetzt in 12. Auflage erschienene Standardwerk „Der Verein im Zivil- und Steuerrecht“ von Dr. Rudi W. Märkle, Ministerialdirigent a.D., und Matthias Alber, Oberamtsrat, unter Mitarbeit von Wolfgang Horn, Oberamtsrat, und Andreas Leis, Amtsrat, sieht sich zunehmender Konkurrenz ausgesetzt. Da ist zunächst das fast dreimal so umfangreiche, aber weniger als doppelt so teure „Handbuch Vereins- und Verbandsrecht“ von Rechtsanwalt Dr. Bernhard Reichert, dem ehemaligen Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht und langjährigen Vorsitzenden des Ständigen Schiedsgerichts eines Sportverbandes, das 2007 in 11. Auflage bei Luchterhand erschienen ist und in seinem steuerrechtlichen Teil von Fachleuten wie Dr. Wolfgang Boochs (Regierungsdirektor im Finanzamt Neuss) und Dr. Jörg Dauernheim (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht und Insolvenzrecht) bearbeitet wurde.[iii] Beide Darstellungen müssen aber darüber hinaus auch seit kurzem gegen eine gewisse Konkurrenz des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) ankämpfen. Denn das BMJ bietet seit Ende April 2009 in seinem Internetangebot einen neuen Leitfaden zum Vereinsrecht an, der kostenlos unter www.bmj.de/Vereinsrecht abgerufen werden kann. Dieses Angebot wird sicherlich von vielen kleineren Vereinen angenommen werden, die mit ihren geringen Mitteln haushalten müssen.

Allerdings  ist die kostenlose elektronische Version des BMJ nicht mit dem hier besprochenen Werk zu vergleichen. Sie enthält wirklich nur die grundlegendsten Informationen, die einem Juristen oder einem aktiv in einem Verein tätigen Menschen nicht ausreichen werden. Für die steuerlichen Fragen des Vereins verweist die elektronische Version des BMJ auf die entsprechende Webseite des Bundesfinanzministeriums und auf den AO-Anwendungserlass[iv], der alle paar Monate einer Änderung unterliegt. Damit kann das übliche Vereinsleben natürlich wenig anfangen. Man vergleiche damit die steuerrechtliche Behandlung der Vereine im 2. Teil des hier vorgestellten Werkes, das auf rund 360 Seiten nahezu das gesamte Steuerrecht systematisch geordnet umfasst. Allein die so elementare Gemeinnützigkeit nimmt mehr als 25 Seiten ein und entspricht damit in etwa dem Umfang der gesamten elektronischen Version des BMJ. Der Märkle / Alber erklärt ganz genau, auf was es bei der jeweiligen Fallgestaltung ankommt und was im Einzelfall – je nach Vereinszweck - zu beachten ist, um in den Genuss der mit der Gemeinnützigkeit verbundenen steuerlichen Vorteile zu gelangen bzw. diese nicht zu verlieren. Die umfangreichen Änderungen, die das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vom 10.10.2007, gebracht hat, sind eingearbeitet, und zwar einschließlich der Erweiterung der gemeinnützigen Zwecke und der Neuregelung des steuerlichen Spendenabzugs, des einheitlichen Spendenvortrags für Großspenden (bei Wegfall des Rücktrags), und nicht zu vergessen der Aufstockung der einheitlichen Übungsleiterpauschale auf 2100 Euro und des Freibetrags von 500 Euro für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Bereich. Darüber hinaus sind auch die neue deutsche und europäische Rechtsprechung, soweit relevant, und die aktuelle Auffassung der Finanzverwaltung eingearbeitet. Das ist besonders wichtig für das Umsatzsteuerrechts des Vereins, in welchem z.B. die Abgrenzung von Mitgliedsbeitrag und Sonderleistungsentgelt gemeinschaftsrechtliche Konturen erfahren hat, aber auch für die Besteuerung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe, die immer mehr an Bedeutung gewinnen, einschließlich der Fragen des Outsourcing, der Mittelverwendung, der Rücklagenbildung und der Zweckbetriebe. Hier wird das Werk so manchen Verein, vor allem in den Bereichen der Jugendhilfe, der Pflege und des Sports vor steuerrechtlichen Fallen und Fehlern bewahren. Darüber hinaus sind die Grundlagen des rechts- wie nichtrechtsfähigen Vereins wie die bedeutsamen Haftungsfragen wie immer grundsolide im 1. Teil des Werkes auf mehr als 120 Seiten behandelt. Musterformulare sind abgedruckt und erläutert. Übersichten erleichtern das Arbeiten mit dieser nicht ganz einfachen Materie. Die ausgezeichnete Inhaltsübersicht und ein beachtliches Stichwortverzeichnis runden das Werk ab.

Bisher wurde „Der Verein im Zivil- und Steuerrecht“ von Märkle und Alber durchweg und zu Recht positiv beurteilt.[v] Die seit der letzten Auflage eingetretenen Änderungen der Rechtslage zwingen jedoch zu dem dringenden Rat, sich die Neuauflage dieses Werkes anzuschaffen. Das ist eine Anschaffung, die sich in jedem Fall lohnt!

 


[i]

* Bewertungstabelle

Note

Kategorie

Lesbarkeit

Empfehlung

1

Allgemeinplätze / Vorurteile / Behauptungen

schwer

Nicht zu empfehlen, auch nicht für die Zielgruppe

2

Ohne schwierige Gedankengänge / an der Oberfläche des Themas

leicht

Kaum zu empfehlen, selbst nicht für die Zielgruppe

3

Überblick über das behandelte Sachgebiet

schwer

Eingeschränkt zu empfehlen

4

Überblick über das behandelte Sachgebiet

leicht

Zu empfehlen für Einsteiger und interessierte Laien

5

Überblick über das Sachgebiet und Behandlung von Sachfragen

schwer

Empfehlenswert für Zielgruppe mit Fachjargon

6

Überblick über das Sachgebiet und Behandlung von Sachfragen

leicht

Empfehlenswert für Zielgruppe und Laien

7

Aktuelle Diskussion eines bemerkenswerten Themas

schwer

Empfehlenswert für intellektuelle Zielgruppe

8

bemerkenswerten Themas

leicht

Sehr empfehlenswert für (fast) jedermann

9

Hochwissenschaftliche Arbeit

schwer

Empfehlenswert für Zielgruppe

10

Hochwissenschaftliche Arbeit

leicht

Empfehlenswert für Wissenschaft und Praxis

 

 

[ii] Die Angaben zu den Autoren entsprechen denjenigen der Rezension zur Vorauflage von Marcus Kreutz unter http://www.vereinsrecht.de/literaturhinweise/maerkle.html

[iii] Eine positive Rezension dieses Werkes hat RA Eike-Heinrich Duhme, Berlin, innerhalb des Kuselit-Rezensionsprojektes geliefert: http://www.kuselit.de/rezension/14937/Handbuch-Vereins--und-Verbandsrecht.html

[iv] Siehe: http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/sid_BA77322B2BBB9A50299EAC434250819B/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Veroeffentlichungen__zu__Steuerarten/Abgabenordnung/002.html?__nnn=true

[v] So von dem Justiziar des Bundesverbandes Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. in Köln, Rechtsanwalt Marcus Kreutz, LL.M.. Rezension vom 26.10.2004 zu: Rudi W. Märkle, Matthias Alber: Der Verein im Zivil- und Steuerrecht. Richard Boorberg Verlag (Stuttgart) 2004. 11. Auflage. 491 Seiten. ISBN 978-3-415-03266-8. In: socialnet Rezensionen unter http://www.socialnet.de/rezensionen/2041.php und auch von Dipl. - Finanzwirt Christian Herbst. Rezension vom 12.04.2005 zu: Rudi W. Märkle, Matthias Alber: Der Verein im Zivil- und Steuerrecht. Richard Boorberg Verlag (Stuttgart) 2004. 11. Auflage. 491 Seiten. ISBN 978-3-415-03266-8. In: socialnet Rezensionen unter http://www.socialnet.de/rezensionen/2670.php