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Kuselit Rezensionen

Dirk Zetzsche / Andreas Neef / Bernadette Makosi / Michael Beurskens (Hrsg.), - Jahrbuch Junger Zivilrechtswissenschaftler 2007.

Titel: Jahrbuch Junger Zivilrechtswissenschaftler 2007. Cover
Autor: Dirk Zetzsche / Andreas Neef / Bernadette Makosi / Michael Beurskens (Hrsg.),
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2008
Seiten: 386
Preis: 38,00
ISBN: 978-3-415-04007-6
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Klaus Hebrank, RA Kassel
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Recht und Wirtschaft

Jahrbuch Junger Zivilrechtswissenschaftler 2007

Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler e. V. (Hrsg.), Richard Boorberg Verlag, Stuttgart, München, Hannover, Berlin, Weimar, Dresden 2008, 388 Seiten, ISBN 978-3-415-04007-6

 

Das vorliegende Werk ist der Tagungsband der Düsseldorfer Tagung der Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler e. V. vom 6. bis 9. September 2007. Es handelt sich schon um die 18. Tagung der Gesellschaft.

Im Fokus der Tagung befand sich die Schnittstelle von Recht und Wirtschaft. Diese wird immer wieder diskutiert. Dieses erfolgt unter verschiedenen Begriffen und Ansätzen (z. B. ökonomische Analyse des Rechts, Institutionenökonomik, Folgenorientierung etc.).

Die Themen der Aufsätze reichen von allgemeinen theoretischen Betrachtungen bis hin zu sehr speziellen Themen des Wirtschaftsrechts. Durch diese Breite der Themen wird das Interesse von vielen Lesern geweckt.

Das Werk beginnt mit einem einführenden Beitrag in die Thematik mit dem Titel „Gedanken zum Generalthema „Wirtschaft und Recht““. Hierin nimmt der Autor insbesondere Bezug zum Internationalen Recht. Dieses bedingt sich durch die immer globaler werdende Wirtschaft und die internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Weiter wird das Verhältnis Verbraucher/Wirtschaft u. a. auch im Bezug auf internationale Beziehungen betrachtet. Dabei wird auf das Verbraucherschutzrecht eingegangen und eine m. E. wichtige Feststellung zum Europäischen Verbraucherprivatrecht getroffen: „der Verbraucher ist nicht per se schutzbedürftig“.

Nach diesen einführenden Worten folgen zwei eher theoretische Aufsätze. Der erste hat den Titel „Primat der Wirtschaft oder Primat des Rechts?“ und versucht das Verhältnis zwischen Recht und Wirtschaft oder doch eher Wirtschaft oder Recht zu lösen. Dieser grundlegende Beitrag stellt in kurzer und prägnanter Form die Wechselwirkungen von Recht und Wirtschaft dar. Dabei geht der Autor auch auf die Institutionenökonomie und die ökonomische Analyse des Rechts ein. Letztere wird zum Teil kritisch betrachtet, aber als Erkenntnismethode für das Recht als sehr ergiebig eingestuft. Als großen Kritikpunkt führt der Autor an, dass die ökonomische Analyse des Rechts Ethik und Moral außer Acht lässt. Beeindruckend sind die kurzen auf den Punkt gebrachten geschichtlichen Abrisse mit weiteren Nachweisen. Zu Recht kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass sich die Rechtswissenschaft den Erkenntnissen der Wirtschaftswissenschaften bedienen muss und dass sich Rechts- und Wirtschaftswissenschaft gegenseitig beeinflussen. M. E. sind nicht nur Wechselwirkungen zwischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, sondern auch zwischen weiteren Wissenschaften (Soziologie, Politologie, Ingenieurwissenschaften etc.) vorhanden.

Der zweite grundlegende Aufsatz mit dem Thema „Wettbewerb und Intervention“ beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit der Staat den Wettbewerb steuern muss/darf. Sollte der Staat sich für eine Steuerung entscheiden, so hat er zwingend eine Folgenorientierung vorzunehmen. D. h. er muss sich Ziele setzen und prognostizieren, wie und welche Auswirkungen eine entsprechende Regelung haben wird. M. E. ist der Gesetzgeber davon (nicht nur im Bereich des Wettbewerbsrechts) weit entfernt. Schwierig zu bestimmen ist der Begriff der Wettbewerbsfreiheit. Ebenso schwierig ist es zu entscheiden, ob ein Markt ohne Regulation freier ist als einer mit Regelungen. Dabei spielt auch immer das (unzuverlässige) menschliche Handeln eine große Rolle. Zu Beginn des Aufsatzes werden einige Missverständnisse aufgeklärt, die der Thematik im Wege stehen würden.

Diese beiden grundlegenden Aufsätze geben eine schnelle und breite Übersicht über das Thema. Die Literaturhinweise sind auf ein Minimum beschränkt und enthalten Hinweise auf die grundlegende Literatur der entsprechenden Materie, so dass der geneigte Leser weiter forschen kann, ohne mit Literaturhinweisen überschüttet zu werden.

Die weiteren Aufsätze beschäftigen sich mit speziellen Themen wie z. B: Korruptionsbekämpfung durch Private, Architekten im Binnenmarkt, dem Missbrauch von ec-Karten oder Wechselrecht und Verbraucherschutz.

Eine abschließende Betrachtung der Tagung und ein Sachverzeichnis sind leider nicht vorhanden und trüben das hervorragende Gesamtbild des Werkes etwas.

Das obligatorische Autorenverzeichnis befindet sich am Ende des Werkes.

 

Klaus Hebrank, Rechtsanwalt und Dozent an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Kassel; Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Nordhessen