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Kuselit Rezensionen

Carmen Rothenbacher, Josef Dörndorfer - Anwaltsstrategien bei der Zwangsvollstreckung

Titel: Anwaltsstrategien bei der Zwangsvollstreckung Cover
Autor: Carmen Rothenbacher, Josef Dörndorfer
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 140
Preis: 19,80
ISBN: 978-3-415-03798-4
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: RAin Claudia R. Cymutta, Mannheim
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Anwaltsstrategien bei der Zwangsvollstreckung

Rothenbacher/Dörndorfer

Reihe Anwaltsstrategien, Band 12, 1. Auflage, 2007, 139 S., Richard Boorberg Verlag

ISBN: 978-3-415-03798-4

Das Buch ist Teil der Reihe „Anwaltsstrategien“ im Richard Boorberg Verlag. Die Reihe soll zum Einen Berufsanfängern den Start in den Anwaltsberuf erleichtern und ihnen helfen, Anfängerfehler zu vermeiden. Zum Anderen will die Reihe „Anwaltsstrategien“ durch die konzentrierte Darstellung auch erfahrenen Rechtsanwälten den Einstieg in neue Bereiche und die Auffrischung ihres Wissens ermöglichen.

Die Zwangsvollstreckung gehört – wie die Autoren im Vorwort richtigerweise feststellen – in all ihren Varianten zum Alltagsgeschäft des Rechtsanwalts. Auch in diesem Bereich fehlt es Referendaren und Berufsanfängern jedoch regelmäßig an den Kenntnissen, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen praktisch umzusetzen sind. Es ist daher folgerichtig, die Zwangsvollstreckung in die Reihe „Anwaltsstrategien“ aufzunehmen.

Das Buch behandelt zunächst die allgemeinen Zwangsvollstreckungsvoraussetzungen, stellt die Organe der Zwangsvollstreckung vor und erläutert dann ausführlich die Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen und das Verfahren auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Im Kapitel zur Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen in das unbewegliche Vermögen wird insbesondere die Eintragung einer Zwangssicherungshypothek geschildert; auf vertiefte Darstellungen zur Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung wurde verzichtet. Schließlich gibt das Buch einen Überblick über die Rechtsbehelfe in der Zwangsvollstreckung, bevor es mit einigen Musterformularen endet.

Die allgemeinen Zwangsvollstreckungsvoraussetzungen und die Organe der Zwangsvollstreckung werden kompakt, aber ausreichend behandelt. Der Leser erhält insbesondere einen Überblick über die verschiedenen Vollstreckungstitel, der auch „ausgefallenere“ Titel, wie den auf das Urteil aufgesetzten Kostenfestsetzungsbeschluss (§ 795a ZPO) oder den Anwaltsvergleich (§ 796a ZPO) enthält.

Im Kapitel zur Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen liegt der Schwerpunkt der Ausführungen auf der Forderungspfändung. Es wird der allgemeine Ablauf einer Forderungspfändung, vom Inhalt des Pfändungsvertrags bis hin zu einem vorläufigen Zahlungsverbot, geschildert. Ausführlich wird – der praktischen Relevanz entsprechend – die Pfändung von Arbeitseinkommen nach §§ 850 ff. ZPO geschildert, einschließlich etwa der Fallgestaltungen, in denen ein Schuldner mehrere Arbeitseinkommen hat, keinen Unterhalt zahlt oder Arbeitseinkommen verschleiert. Als andere pfändbare Forderungen werden z. B. die Kontenpfändung sowie die Pfändung von Werklohn, Miete und Pacht, Steuererstattungsansprüchen, Rückgewähr- und Herausgabeansprüchen, Gesellschaftsanteilen, Miteigentumsanteilen an beweglichen oder unbeweglichen Sachen und die Pfändung eines Kautionssparbuchs besprochen. Das Kapitel schließt ab mit einem Überblick über besondere Pfändungssituationen, wie den Arrest, die Zug-um-Zug-Zwangsvollstreckung, die Räumungsvollstreckung oder die Pfändung durch Delikts- und Unterhaltsgläubiger.

Zusätzlich zu den Musterformularen im Anhang ist auch der Text angereichert mit Mustern und Formulierungsvorschlägen, an denen sich der Nutzer orientieren kann. Die Formulierungsvorschläge sind allerdings teilweise etwas knapp gehalten; gespart wird manchmal an einem vollständigen Satzbau, was den Leser zunächst irritieren kann. Die Autoren geben auch an vielen Stellen nützliche Praxistipps zu verschiedenen Themen von der optimalen Ablauforganisation in der Anwaltskanzlei bis zum Hinweis auf weitere möglicherweise pfändbare Ansprüche in bestimmten Fallkonstellationen.

Die Literaturhinweise sind – entsprechend der Zielsetzung des Buches als kompakte Einführung in das Thema – etwas spärlich, was allerdings angesichts der Übersichtlichkeit und der Materie nicht schadet. Gerade im Zwangsvollstreckungsrecht lassen sich Spezialfragen leicht im Kommentar klären, wenn man, zum Beispiel durch das besprochene Buch, herausgefunden hat, welche Norm oder Fallkonstellation einschlägig ist.

Das besprochene Buch bietet einen übersichtlichen, kompakten Überblick über die in der täglichen Anwaltspraxis anfallenden Zwangsvollstreckungssituationen. Es gibt dem Berufsanfänger die angestrebte Orientierung und bietet auch für erfahrene Rechtsanwälte, die sich nicht täglich mit der Zwangsvollstreckung beschäftigen, einige nützliche praktische Hinweise.

 

Dr. Claudia R. Cymutta

Rechtsanwältin, Mannheim