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Kuselit Rezensionen

Karin Weiß - Kindertagespflege nach §§ 22, 23, 24 SGB VIII

Titel: Kindertagespflege nach §§ 22, 23, 24 SGB VIII Cover
Autor: Karin Weiß
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 158
Preis: 16,80
ISBN: 978-3-415-03751-9
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Dr. Axel Schwarz, Kreuzweiler
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Karin Weiß, Kindertagespflege nach §§ 22, 23, 24 SGB VIII,

(SR: Praxis der Jugendhilfe, Bd.2), Stuttgart 2007.

ISBN 978-3-415-03751-9 (158 S.)

Das im November 2004 von einer AutorInnengruppe des Deutschen Jugendinstituts im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstattete Gutachten[1] „Von der Tagespflege zur Familientagesbetreuung“ sieht die Tagespflege in Deutschland an einem Wendepunkt. Die Betreuung von vor allem unter dreijährigen Kindern hat lange genug ein Schattendasein zwischen privaten Betreuungsarrangements von Eltern und Großeltern unzureichender institutioneller Kinderbetreuung geführt. Mit diesem Gutachten wurden die Weichen für den Ausbau der Tagespflege, die Ausweitung und Verbesserung des Angebotes sowie einen verbesserten Erwerbsstatus der Tagespflegepersonen gestellt.

Wer immer mit der Tagespflege sei es ganz praktisch oder sei es mit ihrer Neugestaltung hin zur „Familientagesbetreuung“ als einer einrichtungsbezogenen und gleichwertigen Form der öffentlichen Kinderbetreuung zu tun hat, ist interessiert an den einschlägigen Rechtsvorschriften und daran, wie diese im gegenwärtigen System zu interpretieren sind. Diesen Informationsbedarf deckt der kleine Band von Karin Weiß „Kindertagespflege nach §§ 22, 23, 24 SGB VIII“ in gelungener Prägnanz und Kürze.

Bei dem Werk handelt es sich um eine völlige Neubearbeitung des 1995 in der Reihe „Praxis der Jugendhilfe“ erschienen Bandes „Tagespflege nach § 23 SGB VIII“ von Gerhard Stranz. Die Notwendigkeit einer Neuauflage (so die Leiterin der Abteilung Familie und Jugendpolitik des Deutschen Jugendinstituts e.V., Dr. Karin Jurczyk) ergab sich einmal aus den bedeutenden gesellschaftlichen Veränderungen wie

- Steigende Müttererwerbstätigkeit,

- Flexiblere Erwerbsarbeit,

- Sinkende Kinderzahlen und

- Knappe öffentliche Gelder.

Hinzu kamen zahlreiche Gesetzesänderungen, von denen vor allem das am 1. Januar 2005 in Kraft getretene Gesetz zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder (Tagesbetreuungsausbaugesetz - TAG) zu nennen ist. Mit diesem ist der Rahmen für entscheidende Verbesserungen gesetzt:

  • 230.000 zusätzliche Plätze in Kindergärten, Krippen und in der Tagespflege entstehen bis 2010.
  • Die Qualität in der Betreuung steigt und Kinder erhalten eine frühe Förderung.
  • Eltern eröffnet sich die Wahl zwischen unterschiedlichen Betreuungsmöglichkeiten.
  • Die Tagespflege wird ausgebaut und durch Qualifizierungsmaßnahmen aufgewertet.

Das Buch von Karin Weiß, „Kindertagespflege nach §§ 22, 23, 24 SGB VIII“ stellt zunächst die Entwicklung und die Merkmale der Kindertagespflege vor und erläutert dann umfassend sowohl die Regelungszusammenhänge als auch die Aufgaben der Jugendämter und der freien Träger bei der Gestaltung der Kindertagespflege. Die Autorin ist Mitarbeiterin am Deutschen Jugendinstitut und hat ihre langjährige Erfahrung mit dem Thema Kindertagespflege in die Darstellung einfließen lassen, die über eine bloße fachlich juristische Kommentierung hinausgeht und damit nicht nur für den Juristen, sondern für die Praxis und alle, die mit Tagespflege zu tun haben oder sich dafür interessieren, hervorragend geeignet ist.

Dr. Axel Schwarz, Kreuzweiler

 



[1] Eine Zusammenfassung (http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Abteilung5/Pdf-Anlagen/tagespflege-gutachten,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf ) wie auch der Volltext des Gutachtens (http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Abteilung5/Pdf-Anlagen/tagespflegegutachten,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf ) können von der Webseite des BMFSFJ heruntergeladen werden. Mitglieder der AutorInnengruppe waren Karin Jurczyk, Thomas Rauschenbach, Wolfgang Tietze, Lis Keimeleder, Kornelia Schneider, Marianne Schumann, Susanne Stempinski, Anne Zehnbauer und die Autorin des hier rezensierten Werkes Karin Weiß.