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Kuselit Rezensionen

Heinz-G. Schultze, Sandra Hufenbach - Immobilienverwaltung

Titel: Immobilienverwaltung Cover
Autor: Heinz-G. Schultze, Sandra Hufenbach
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 334
Preis: 26,80 €
ISBN: 978-3-415-03903-2
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Nickel, Nicole
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Pünktlich zum Inkrafttreten der WEG-Novelle am 01. Juli 2007 erschien im Boorberg-Verlag die neubearbeitete 2. Auflage des Buches Immobilienverwaltung - Rechtsfragen für den Praktiker nach dem neuen WEG.

Trotzdem der Themenkreis eine weit umfangreichere Darstellung herausfordert, behandeln die Autoren auf 346 Seiten umfassend alle denkbaren praxisbezogenen Problembereiche der Immobilienverwaltung. Das Buch ist in zwei große Kapitel unterteilt – WEG-Verwaltung und Mietverwaltung. Im Rahmen des Abschnitts WEG-Verwaltung beginnen die Ausführungen mit dem Verwaltervertrag und setzen sich über Anmerkungen zur Wohnungseigentümerversammlung und zum Streit im Gemeinschaftseigentum, Fragen bei Baumängeln, Probleme mit säumigen Miteigentümern bis hin zu Verwertungsfragen und Fragen zu gerichtlichen Verfahren und zur Zwangsvollstreckung fort. Im Rahmen des Abschnitts Mietverwaltung ist neben den Kapiteln zum Sondereigentumsverwalter, zur Mietminderung und Mieterhöhung, zur Beendigung des Mietverhältnisses, zum notleidenden Mietvertrag und zum Thema Verwalter als Makler der wohl praxisrelevanteste Punkt der Verwaltung - ein Kapitel zur Betriebskostenabrechnung - zu finden.

Gut verständlich und mit umfangreichem Praxisbezug wird in allen Kapiteln auf die wichtigen und entscheidenden Aspekte der Verwaltungspraxis eingegangen. Dabei können auch Leser ohne juristischen Hintergrund den Ausführungen gut folgen. Schwierigere Zusammenhänge werden zum Teil mit Skizzen oder zusammenfassenden Prüfungsschemata dargestellt und so leicht verständlich gemacht. Alle Hinweise und Ausführungen auch zu Fragen der gerichtlichen Geltendmachung von unterschiedlichsten Ansprüchen sind so aufgebaut und verfasst, dass ein schneller Überblick über die praktisch relevantesten Problemlagen und fallspezifisch wohl auch über Problemlösungen gewonnen werden kann. Das Buch eignet sich insofern sowohl für den Einsteiger als auch für den erfahrenen Leser als Leitfaden.

In den Fußnoten findet sich ein umfangreicher Bezug auf die jeweils aktuellste Rechtsprechung zu den einzelnen Problemfällen. Die Schwerpunktsetzung im Rahmen der Rechtsprechungszitierung insbesondere in Bereichen, in denen die Rechtsprechung nahezu uferlos geworden ist, wie z.B. bei Schönheitsreparaturklauseln, bei Betriebskosten­ab­rechnungen oder im Baurecht bei der Mängelgewährleistung, unterstreicht die Praxis­taug­lichkeit des Buches.

Besonders hervorzuheben ist die Übersichtlichkeit, die das Buch trotz der erheblichen Faktenfülle bewahrt. Den täglichen Umgang mit dem Buch erleichtern neben der generellen Übersichtlichkeit und dem umfangreichen Stichwortverzeichnis auch einige Übersichten insbesondere in den Abschnitten Betriebskostenabrechnung (umlagefähige Kosten etc.) und Mietminderung sowie eine Übersicht und weiterführende Hinweise zu haushaltsnahen Dienstleistungen im Sinne des § 35 a EStG, die seit 2006 auch der Mieter in seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen kann und die in der Praxis nach wie vor das ein oder andere Problem mit sich bringen. Daneben sind die im Buch an geeigneter Stelle enthaltenen Beschlusssammlungen und Musteranschreiben ein wertvolles Hilfsmittel, auch zur Kontrolle bereits vorhandener Musterformulare.

Die Autoren haben leider darauf verzichtet, eine Übersicht zu den neuen WEG-Regeln und zu den wesentlichen Änderungen durch die WEG-Novelle zu erstellen. Die entsprechenden Hinweise finden sich umfassend und vollständig im Text. Für den schnellen Überblick würde es dem durch die sonst durchgängige Übersichtlichkeit verwöhnten Leser leichter fallen, die praxisrelevanten Änderungen schneller zu erfassen. Das ist der einzige kleine, fast vernachlässigenswerte Kritikpunkt, der sich an diesem sehr guten Leitfaden für die Praxis finden lässt.

Nicole Nickel Universität Erfurt