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Kuselit Rezensionen

Ralph Jürgen Bährle - Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in der arbeitsrechtlichen Praxis

Titel: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in der arbeitsrechtlichen Praxis Cover
Autor: Ralph Jürgen Bährle
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 66
Preis: 6,80 €
ISBN: 978-3-415-03902-5
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Nickel, Nicole
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Das in der Schriftenreihe „Das Recht der Wirtschaft“ - Gruppe Arbeitsrecht - erschienene Heftchen stellt die wesentlichsten Grundzüge des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes übersichtlich und lesenswert dar.

Die Gliederung des Heftes folgt dabei im Wesentlichen dem Aufbau des Gesetzes, welches am 18.08.2006 in Kraft getreten ist und nunmehr in deutlich erweitertem Umfang die Regelungen der §§ 611 a, b, 612 Abs. 3 BGB und § 75 BetrVG ersetzt. Das AGG setzt insgesamt vier europäische Antidiskriminierungsrichtlinien in das deutsche Recht um.

Zunächst werden Anwendungsbereich, verbotene Handlungen und Diskriminierungs­merkmale sowie Benachteiligungsverbote und erlaubte unterschiedliche Behandlungen beleuchtet. Danach wird ein Überblick über die Pflichten des Arbeitgebers und die Rechte der Beschäftigten gegeben. Auf die Beweislastverteilung gem. § 22 AGG wird im Abschnitt 7 gesondert eingegangen. Diesem Abschnitt folgen kurze Ausführungen zu den Rechten von Betriebsrat und Gewerkschaften, sowie zu §§ 23, 25 AGG (Antidiskriminierungsverbände und Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

Besonders bemerkenswert ist der Abschnitt 11 des Buches, welcher sich mit typischen Pro­blemen der Praxis unter Berücksichtigung der bisherigen Rechtsprechung befasst. Dabei wird – den Diskriminierungsmerkmalen des Gesetzes folgend – eine kurze Übersicht über be­sonders kritische Fälle gegeben (z.B.: Problemfeld Geschlecht – Stellenausschreibungen etc.).

Das Buch zeichnet sich durch zahlreiche Tipps und Hinweise, Beispiele, Checklisten für eine AGG-konforme Betriebspraxis (S. 46 ff.) und die umfangreichen Muster (z.B. S. 40: Muster für ein Anschreiben zur Information aller Mitarbeiter/-innen) zu verschiedensten Problem­bereichen aus. Insofern eignet es sich sehr gut, Problemorientierung und –bewusstsein zu altbekannten und zu neuen Diskriminierungsproblemen zu schaffen. Es ist ein Leitfaden für all diejenigen, die in ihrer täglichen Arbeit mit Problemlagen des AGG konfrontiert sind und einen schnellen Überblick benötigen.

Das Buch empfiehlt im Abschnitt „vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Ent­schädigungsansprüchen“ (S. 45) unter anderem die Schulung aller Vorgesetzten. Ein Beginn wäre es, allen Abteilungsleitern bzw. Vorgesetzen dieses Büchlein auszuhändigen. Für diese Zwecke ist es besonders empfehlenswert.

Nicole Nickel, Universität Erfurt