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Kuselit Rezensionen

Markus Braun - Das bringt mir die Gesundheitsreform

Titel: Das bringt mir die Gesundheitsreform Cover
Autor: Markus Braun
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 70
Preis: 8,80 €
ISBN: 978-3-415-03891-2
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Schwarz, Axel
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Welche Aufregung hatte doch die Gesundheitsreform 2007 mit sich gebracht. Alles war - oder besser gesagt - ist umstritten. Vollkommen unklar war der breiten Öffentlichkeit  geblieben, wozu die Gesundheitsreform eigentlich gut sein sollte, außer dass die Beiträge weiter ansteigen, Zuzahlungen ausgeweitet und Leistungen eingeschränkt würden. Die Verunsicherung war und ist perfekt.

Da kommt ein Ratgeber im Taschenformat - wie der hier besprochene - gerade recht. Der Titel macht neugierig: „Das bringt mir die Gesundheitsreform“. Dazu der Untertitel: „Neues. Nutzen. Nachteile“. Handlich ist er auch, nicht größer als eine Handfläche und nur etwa 2 mm stark. Leicht unterzubringen in Hemd- und Gesäßtasche, oder in der Handtasche, im Jackett. Damit kann man sich überall, auf dem Weg zur Arbeit, beim Warten auf ein Verkehrsmittel, oder im Wartezimmer beim Arzt, über die Folgen der Gesundheitsreform informieren.

Wer sich allerdings zunächst über die im Untertitel angekündigten Nachteile derselben kundig machen möchte, wird enttäuscht. Der Ausdruck „Nachteil“ findet sich buchstäblich nur auf der Titelseite. Vergeblich sucht der Leser das Wort „Nachteil“ im durchaus vorhandenen Stichwortverzeichnis. An einer Stelle erfährt man, dass es sein kann, dass der Rentner trotz einer Härtefallregelung etwa 8 Euro mehr zahlen müsse. Was solls? Ansonsten ist alles eitel Sonnenschein. Gleich im Vorwort betont der Autor, dass die Gesundheitsreform keine Einschränkungen oder Kürzungen der Leistungen mit sich bringe. Gerade das Gegenteil sei der Fall: Neue Leistungen kämen hinzu und bisherige Kann-Leistungen seien in Pflicht-Leistungen umgewandelt worden. Allein der Glaube fehlt. Viele befürchten, nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben -weder es müsse mehr gezahlt werden oder die Leistungen würden gekürzt.[1] Bezweifeln wird man wohl auch müssen, ob es gelingen wird, alle bisher nicht Versicherten in die Krankenversicherung einzubeziehen. Man denke nur an die Arbeit der Malteser  Migranten Medizin.[2] Claudia Kaminski vom Malteser Hilfsdienst in Köln hat kürzlich die Zahl der Nichtversicherten in Deutschland auf über 400.000 geschätzt.

Wie immer man das beurteilen mag, dem Autor gelingt es tatsächlich, über die von ihm angesprochenen wesentlichen Fragen knapp und prägnant zu informieren. Er

schafft das, indem er sich strikt auf eine einzige Zielgruppe konzentriert: die breite Öffentlichkeit, die sich knapp und ohne Mühe über die wesentlichen Inhalte der Gesundheitsreform 2007 informieren lassen möchte. Die 6 verschiedenen Zeitpunkte des Inkrafttretens der Gesundheitsreform sind leicht verständlich auf 3 Seiten dargestellt. Genauso gut verdaulich geht es mit den Themen

  • „Versicherungspflicht, Kostenerstattung und Wahltarife“,
  • „Neue Pflichtleistungen der Krankenkassen“,
  • „Neue Pflichten für Patienten“,
  • „Mehr Wettbewerb bei den Privaten“,
  • „Alles in einen Topf: Der Gesundheitsfonds“ und
  • „Die Kassenlandschaft wird neu organisiert.“

Fazit: Wer daran interessiert ist, sich kurz und übersichtlich über die (positiven) Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007 zu informieren, ohne sich mit den vertrackten Konsequenzen herumzuplagen, kann getrost auf diesen Ratgeber zurückgreifen.

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[1]        Zum Stimmungsbild siehe: http://blog.versicherungguenstig.com/.../21-Folgen-der-Gesundheitsreform-2007

[2]           Z.B. ist nicht einmal bekannt, wie viele Kinder sich zeitweise oder dauerhaft ohne legalen Aufenthaltstitel in Deutschland aufhalten. Die Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen zur Gesamtzahl der illegal in Deutschland lebenden Menschen reichen von 100.000 bis zu 1 Million Personen, vgl. Schwarz, „Sexueller Missbrauch und Kindertagesstätten“, KiTaRecht (KinderTageseinrichtungen aktuell) Sonderausgabe Nr. 2 / 2006, S. 4 – 9.