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Kuselit Rezensionen

Urs Verweyen, Viktor Foerster, Oliver Toufar - Handbuch des Internationalen Warenkaufs

Titel: Handbuch des Internationalen Warenkaufs Cover
Autor: Urs Verweyen, Viktor Foerster, Oliver Toufar
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2007
Seiten: 312
Preis: 159 €
ISBN: 3-415-03784-3
Internet: http://www.boorberg.de/
Rezensent: Kiene, Sörren Claas
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

Der internationale Warenkauf im Allgemeinen und das UN-Kaufrecht im Besonderen nehmen sowohl in der universitären Ausbildung als auch in der juristischen Praxis eine immer bedeutender werdende Position ein, was sich auch in der vermehrten Aufmerksamkeit in der Literatur widerspiegelt. Urs Verweyen, Viktor Foerster und Oliver Toufar richten sich mit ihrem Handbuch nach den im Vorwort gemachten Angaben an Vertragsmanager, Studenten und junge Juristen, die mit internationalen Kaufverträgen beruflich in Berührung kommen bzw. sich das UN-Kaufrecht praxisorientiert erschließen wollen. Das Werk folgt in seinem Aufbau im Wesentlichen dem des UN-Kaufrechts, indem zunächst die Bedeutung des UN-Kaufrechts (1.) und dessen Anwendungsbereich (2.) erläutert werden, woran sich Ausführungen zum Vertragsschluss (3.) und den Pflichten von Käufer und Verkäufer sowie den daraus resultierenden denkbaren Rechtsbehelfen (4. und 5.) anschließen, bevor detaillierte Hinweise zur Vertragsgestaltung (6.) folgen. Die übersichtliche und fokussierte Darstellungsweise ermöglicht dem mit dem Gebiet des internationalen Handels (gar) nicht vertrauten Juristen, sich schnell einen Überblick über das Zusammenspiel von Internationalem Zivilprozessrecht, Internationalem Privatrecht und materiellem Recht zu verschaffen sowie die Besonderheiten des UN-Kaufrechts gegenüber dem BGB/HGB zu erfassen. Vorteile gegenüber Lehrbüchern bietet dieses Handbuch dem Praktiker auch durch die Erläuterungen zu den Incoterms, welche die Bestimmungen des UN-Kaufrechts und damit die Pflichten und Rechte der Vertragsparteien erheblich modifizieren können. Gerade diese Ausrichtung auf den Praktiker macht das Werk für Studenten, die mit den Incoterms und der Vertragsgestaltung nicht bzw. allenfalls nur am Rande in Berührung kommen, ungeeignet. Sehr nachteilig wirkt sich zudem die in der Regel ohne Angaben von Fundstellen und ohnehin nur vereinzelt und lückenhaft verarbeitete Rechtsprechung aus (S. 59, 68 f., 123), die dem mit dem UN-Kaufrecht nicht vertrauten Juristen wichtige praktische Beispiele aufzeigen und so die Abwägung, ob das deutsche unvereinheitlichte Recht (BGB/HGB) bzw. das UN-Kaufrecht vorteilhaft ist, erheblich vereinfachen könnte. Dies betrifft insbesondere die in ihrer praktischen Bedeutung nicht zu unterschätzende Frage der wesentlichen Vertragsverletzung des Verkäufers bei Lieferung einer mangelhaften Sache. Dieses Defizit wird auch nicht durch die beiliegende CD kompensiert, auf der einige Entscheidungen in Kurzform wiedergegeben und zu Volltextseiten im Internet verlinkt sind. Die CD versagt spätestens dann, wenn beispielsweise die Angemessenheit einer Nachfrist (vgl. Art. 47 Abs. 1, 49 Abs. 1 lit. b CISG) oder die Länge der Untersuchungs- und Rügefrist (vgl. Art. 38, 39 Abs. 1 CISG) zu beurteilen sind, so dass Benutzer dieses Werkes in diesen Fällen auf eine langwierige Internetrecherche in den angegebenen und verlinkten Datenbanken oder auf einen Rückgriff auf Kommentare zum UN-Kaufrecht angewiesen sind.

Das Handbuch vermittelt insgesamt einen Überblick, ohne an irgendeiner Stelle in die Tiefe zu gehen. Für den unerfahrenen Praktiker mögen die Zusatzfunktionen auf der CD hilfreich sein, mit denen sich nach Eingabe einiger Parameter das anwendbare materielle Recht bestimmen oder eine Risikoanalyse bei Verträgen mit in ausländischen Staaten ansässigen Parteien vornehmen lässt. Jedoch ist bei einem solchen Kenntnisstand gänzlich von der Betreuung solcher Mandate abzuraten. Experten auf dem Gebiet des internationalen Warenkaufs und solche, die es werden wollen, sollten auch angesichts des hohen Preises lieber umfassendere und nur geringfügig teurere Kommentare erwerben bzw. zur Erlernung der Grundstrukturen auf (deutlich preisgünstigere) Lehrbücher zurückgreifen. Dass Verweyen wissenschaftlich und auch praxisorientiert zugleich arbeiten kann, hat er mit seiner Dissertation („Die Käuferrechtsbehelfe des UN-Kaufrechts im Vergleich zu denen des neuen internen deutschen Handelskaufrechts aus Sicht eines deutschen Warenexporteurs“) gezeigt. Im Gegensatz zu seiner Dissertation ist das Handbuch jedoch weder wissenschaftlich noch praktisch wertvoll.

Sörren Claas Kiene, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster