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Kuselit Rezensionen

Rudi W. Märkle - Die Einkommensteuer-Erklärung

Titel: Die Einkommensteuer-Erklärung
Autor: Rudi W. Märkle
Verlag: Richard Boorberg Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr: 2006
Seiten: 416
Preis: 33 €
ISBN: 3-415-03821-1
Internet: http://www.boorberg.de
Rezensent: Schwarz, Axel
Quelle: Kuselit Verlag GmbH

1. Bedeutung

Albert Einstein soll gesagt haben: "Um eine Einkommensteuererklärung abgeben zu können, muss man Philosoph sein; es ist zu schwierig für einen Mathematiker." Dem steuerpflichtigen Normalbürger bereiten bereits die amtlichen Vordrucke häufig Bauchschmerzen oder lösen ein Gefühl der Übelkeit, in minder schweren Fällen unwiderstehlichen Widerwillen aus. Das sichert einem Heer von professionellen Beratern den Arbeitsplatz und Verdienst, ganz abgesehen von den Angehörigen einer ganzen Gerichtsbarkeit. Nicht nur die Politiker und die Interessenverbände sind dafür verantwortlich. Letztlich sind es auch die Bürger selbst, die danach schreien, ihre jeweiligen Bestzstände nicht anzutasten, und sei es nur deshalb, weil sie Angst vor Änderungen und ungewisser Zukunft verspüren. Daran wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum etwas ändern. Was also tun, wenn man gezwungen ist, sich mit der Einkommensteuererklärung zu befassen? Sowohl für den Steuerpflichtigen wie für seinen professionellen Berater bietet sich hier der in der Praxis bewährte Märkle, jetzt bereits in 11. Auflage, an.

2. Inhalt

Das Werk „Die Einkommensteuer-Erklärung“ von Dr. Rudi W. Märkle, Ministerialdirigent a.D. enthält eine bewusst praxisgerechte Darstellung, die sich weitgehend an dem Aufbau der amtlichen Vordrucke orientiert. Damit gelingt es dem Autor, gleichsam mit Leichtigkeit in eine der schwierigsten Materien einzuführen.

In Teil I „Allgemeines“ werden die Vordrucke vorgestellt. Gleichzeitig werden die damit zusammenhängenden Fragen der Veranlagung, Fristen, Angaben zur Person, Ehegattenbesteuerung und Kinder detailliert und fachlich höchst kompetent mit zahlreichen Fundstellen abgehandelt. Besonders erwähnenswert hierbei ist die vertiefte Erörterung aller steuerrechtlichen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Kindern (Zeile 1 bis 34 der Anlage Kind / Anlage K) ergeben können. Wie in der juristischen Kommentarliteratur üblich, sind den einzelnen, zusammengehörenden Abschnitten Randzahlen beigefügt, die das Arbeiten mit dem Buch erleichtern.

Teil II des Werkes geht einzeln und separat auf die verschiedenen Einkunftsarten ein. In derselben, bereits dargestellten hervorragenden Qualität und mit erstaunlichem Tiefgang behandelt der Autor Einkünfte im Kalenderjahr, ausländische Einkünfte und Steuern, Einkommensersatzleistungen, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb, selbständiger und nichtselbständiger Arbeit, aud Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie sonstige Einkünfte.

Die Sonderausgaben unter Einschluss der mittlerweile jeden interessierenden Vorsorgeaufwendungen werden in Teil III des Buches behandelt. Um nur ein Beispiel zu erwähnen: hier wird auch der Abzug von Kinderbetreuungskosten auf der Grundlage des Steueränderungsgesetzes 2007 thematisiert. Außergewöhnliche Belastungen sind in Teil IV zu finden, mit einer umfangreichen Liste der nicht dazu gehörigen Aufwendungen (ab Randzahl 467). Teil V geht auf Steuervergünstigungen und Teil VI auf den Solidaritätszuschlag ein, unter besonderer Berücksichtigung des Sonderausgabenabzugs für Beiträge zu Lebensversicherungen. Natürlich fehlt auch nicht ein umfangreiches Stichwortregister, das die gezielte Beschäftigung mit speziellen Fraqgestellungen ermöglicht.

3. Bewertung

Wie schon an anderer Stelle vermerkt, ist das Werk kein einfacher Leitfaden oder eine kurze Erläuterung der amtlichen Vordrucke. Es handelt sich vielmehr um eine solide juristische Kommentierung des Steuerrechts, das die Qualität üblicher Steuererklärungshelfer um ein vielfaches übersteigt. Anzumerken ist, dass die 11. Auflage im November 2006 herausgegeben wurde und den entsprechenden Veranlagungszeitraum umfasst. Neuerungen auf der Grundlage des Steueränderungsgesetzes 2007, die sich überwiegend ab dem Veranlagungszeitraum des laufenden Jahres 2007 auswirken (§ 52 Abs. 1 EStG), sind nicht in der hier rezensierten Auflage zu finden. Die Diskussion z.B. um die umstrittene, verfassungsrechtlich problematische Entfernungspauschale dürfte daher erst in der nächsten Auflage anzutreffen sein.

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[1] Zitiert nach Barbara Hendricks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, „Einstein widerlegen“, Financial Times Deutschland vom 27.03.2007

[2] vom 19. Juli 2006, verkündet am 24. Juli 2006 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I S. 1652). Eine gute Übersicht auf aktuellem Niveau dazu bietet die Webseite des Bayerischen Landesamtes für Steuern, verfügbar unter: www.finanzamt.bayern.de/.../staendg-2007.htm