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Zuwanderer in Betreuungs- und Unterbringungs- verfahren
Leitfaden für die gerichtliche und behördliche Praxis
von Dr. Christian Dornis, Richter am Amtsgericht Itzehoe
erschienen im Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG;
bestellung@boorberg.de;  www.boorberg.de
2016, 141 Seiten, € 24,80
ISBN 978-3-415-05632-9
Der Leitfaden beschreibt erstmals zusammenhängend die kommunikativen Besonderheiten und speziellen Rechtsfragen, die in betreuungsgerichtlichen Verfahren für Menschen mit Migrationshintergrund auftreten. Er richtet sich gleichermaßen an Richter, Behördenvertreter oder Verfahrenspfleger in Betreuungs- und Unterbringungsverfahren.
Ziel des Verfahrens ist es, trotz kultureller Unterschiede und eventueller kom-munikativer Hürden die bestmögliche Lösung für den Betroffenen zu finden und dabei das von der Herkunftskultur geprägte Wertesystem des Zuwande-rers zu berücksichtigen. Dies ist nicht immer leicht zu realisieren.
Im Betreuungsverfahren spielen die Anhörung des Betroffenen und die Kom-munikation mit dem Betroffenen und dessen Angehörigen eine zentrale Rolle. Im Fokus stehen daher Fragen interkultureller Kommunikation. Der Autor gibt Anregungen, wie typische, aus unterschiedlichen Kommunikationsweisen und Wertesystemen resultierende Missverständnisse vermieden werden können. Dabei werden alle die Kommunikationssituation prägenden Aspekte beleuch-tet, z.B. Ort und Zeit der Anhörung, Ablauf der Anhörung, Erklärung der Situa-tion für die Beteiligten, Verdeutlichung der Position des Richters oder des Behördenvertreters, sowie Fragen der zweckmäßigen Auswahl und Einbezie-hung von Dolmetschern.
Erörtert werden aber auch Fehlerquellen in ärztlichen Gutachten aufgrund mangelnder Berücksichtigung interkultureller Faktoren, z.B. wenn kulturell bedingte Verhaltensweisen der Betroffenen pathologisch gedeutet werden.
Daneben widmet sich das Buch materiellrechtlichen Fragen des internationa-len Betreuungsrechts und des Anspruchs auf konsularischen Schutz. Ein eige-nes Kapitel beschäftigt sich mit dem rechtlichen und praktischen Umgang mit irregulären Zuwanderern in Unterbringungs- oder Betreuungsverfahren.
Schließlich erläutert der Autor typische Schwierigkeiten bei häufigen Krank-heitsbildern und gibt einen Überblick über Besonderheiten im Umgang mit Betroffenen bestimmter Herkunftsländer.
Der Praxisleitfaden ist nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Fallbeispiele und praktischen Tipps ein wertvoller Ratgeber für die tägliche Arbeit.

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