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Nachträgliche Schuldzinsen bei den Überschusseinkünften
von Dr. Florian Schmid
erschienen im Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG;

2015, 250 Seiten, € 48,–
Münchener Schriften zum Finanz- und Steuerrecht, Band 8
ISBN 978-3-415-05596-4
Der Verfasser erörtert die aktuelle Fragestellung der Abzugsfähigkeit soge-nannter nachträglicher Schuldzinsen bei den Überschusseinkunftsarten. Nachträgliche Schuldzinsen stehen im Spannungsverhältnis der Abgrenzung zwischen der steuerlich relevanten Erwerbssphäre und der steuerlich irrele-vanten privaten Vermögenssphäre. Die Untersuchung nimmt insbesondere die Rechtsprechungsänderungen des VIII. Senats des Bundesfinanzhofs vom 16.3.2010 für Kapitaleinkünfte, § 20 EStG, sowie des IX. Senats vom 20.6.2012 und 08.4.2014 für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, § 21 EStG, in den Blick. Diese Entscheidungen brachen mit der jahrzehnte-langen Judikatur, wonach Schuldzinsen, die nach der Beendigung der Einkünfteerzielung anfallen, nicht als Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG qualifiziert werden können.
Infolge dieser Entscheidungen sind zahlreiche Fragen ungeklärt, die erhebli-che Risiken für Steuerpflichtige bedeuten. Der Verfasser untersucht daher die dogmatischen Grundlagen des Schuldzinsabzugs bei den Überschusseinkünf-ten und macht hierauf aufbauend Lösungsvorschläge für offene Fragen. Ins-besondere setzt er sich kritisch mit den Begründungsansätzen des Bundesfi-nanzhofs auseinander: dem Paradigmenwechsel der Besteuerung von Über-schusseinkünften durch Gesetzesänderungen sowie dem Surrogationsgedan-ken. Zudem wird die Auffassung der Finanzverwaltung nachgezeichnet.
Ausgehend von einer genauen Analyse des Veranlassungszusammenhangs kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass eine weitgehende Abzugsfä-higkeit nachträglicher Schuldzinsen geboten ist. Weiter erfolgten u.a. eine um-fassende Auseinandersetzung mit der Zuordnung der Werbungskosten zur je-weiligen Einkunftsart sowie eine Einordnung in zeitlicher Hinsicht, die für die Kapitaleinkünfte wegen des mit der Abgeltungsteuer eingeführten Abzugsver-bots des § 20 Abs. 9 EStG von Bedeutung ist.
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